Schwere Gewitter haben am Freitagabend in Oberösterreich für einen Großeinsatz der Feuerwehren gesorgt. Sturm mit mehr als 100 km/h, umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und überflutete Straßen hielten die Einsatzkräfte stundenlang auf Trab.
Die Front zog zwischen 18 und 20 Uhr von Westen über das Bundesland. Am stärksten betroffen waren die Bezirke Braunau, Grieskirchen, Ried und Schärding. In Wolfsegg erreichten die Windspitzen 107 km/h.
"Zwischen 17 und 21 Uhr haben wir 220 Einsätze registriert. Dazu kommen aber noch einige Fälle, in denen die Feuerwehren direkt kontaktiert wurden. Rund 2500 Feuerwehrleute von 130 Feuerwehren standen und stehen im Einsatz", sagte Michael Buchbauer, Offizier vom Dienst beim OÖLFV, den "Oberösterreichischen Nachrichten".
Besonders heftig traf es Kallham, Andorf und Neumarkt am Hausruck. Dort kamen innerhalb von nur 15 Minuten rund 50 Liter Regen herunter.
Die ersten Feuerwehren wurden kurz vor 18 Uhr alarmiert. In zahlreichen Gemeinden mussten umgestürzte Bäume beseitigt werden, in Treubach war eine Straße überflutet. In Maria Schmolln gingen innerhalb von sieben Minuten gleich drei Alarmierungen ein.
Bis 18.47 Uhr waren bereits mehr als 30 Einsätze erfasst. Danach sorgten Server-Ausfälle dafür, dass weitere Alarmierungen nicht mehr aufgelistet wurden.
Gegen 19.30 Uhr verlagerte sich der Schwerpunkt in den Bezirk Grieskirchen. Während zuvor im Innviertel vor allem der Sturm Probleme verursacht hatte, waren es im Hausruckviertel die Wassermassen. Allein in Kallham wurden elf Notrufe registriert.
In Linz musste ein Fest am Urfahranermarkt geräumt werden, in St. Pölten wurde das Frequency-Festival abgebrochen. Richtung Nordosten verlor die Front schließlich zunehmend an Kraft.
Am Wolfgangsee kam es zusätzlich zu einer Menschenrettung. Feuerwehr Sankt Gilgen und Wasserrettung brachten einen Wassersportler vor dem herannahenden Unwetter in Sicherheit. Er dürfte mit dem Schrecken davongekommen sein.