Das Unternehmen hinter dem Videospielklassiker Tetris hat sich klar von einem neuen Online-Spiel distanziert, das auf der offiziellen Website des Weißen Hauses veröffentlicht wurde.
In diesem Spiel mit dem Titel "Build the Wall" können Nutzer eine Sperranlage an der Grenze zu Mexiko errichten.
Die Tetris Company erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass sie weder an der Entwicklung von 'Build the Wall' beteiligt war noch die Nutzung der Marke Tetris oder ihres geistigen Eigentums für dieses Spiel genehmigt oder lizenziert hat.
Das Unternehmen prüft derzeit laut t-online weitere Schritte gegen die unerlaubte Verwendung.
Auf der Website des Weißen Hauses wird das Spiel damit beworben, dass die Grenze vor einer 'herannahenden Horde' geschützt werden solle. Das Gameplay erinnert stark an Tetris, indem Blöcke zum Bau einer Mauer angeordnet werden.
Zusätzlich gibt es weitere Spiele wie 'Rio Run', das an das bekannte Snake-Spiel angelehnt ist. Hier müssen Nutzer mit der digitalen Version des US-Grenzschutzbeauftragten Tom Homan möglichst viele Migranten aufgreifen. Ein weiteres Spiel lässt Nutzer Geldsäcke fangen, um das sogenannte Trump-Konto aufzufüllen.
In einer Stellungnahme betonte Tetris: 'Wir bei Tetris glauben an die Macht der Verbindung und daran, Menschen zusammenzubringen, statt sie zu spalten.' Zudem nehme man Urheberrechtsverletzungen sehr ernst.
Die auf der Regierungsseite angebotenen Spiele enthalten auch Elemente anderer bekannter Entwickler wie Sega, Microsoft Xbox und Flappy Bird. Microsoft und Sega wollten dazu vorerst keine Stellungnahme abgeben.
Die US-Regierung erklärte gegenüber AFP, dass sie innovative Wege suche, um die Erfolge des Präsidenten zu präsentieren. Menschenrechtsorganisationen kritisierten das Weiße Haus jedoch scharf für die Nutzung der Spiele zur politischen Inszenierung, da Präsident Donald Trump eine harte Linie gegenüber Migranten fährt. Die US-Einwanderungs- und -Zollbehörde ICE spielt dabei eine zentrale Rolle.
Der Bau der Grenzanlage zu Mexiko wurde von Trump bereits in seiner ersten Amtszeit angeordnet. Die Mauer soll mit wenigen Lücken von Kalifornien bis zum Golf von Mexiko reichen. Die meisten Migranten gelangen über Mexiko in die USA.