Das Gericht hat klargestellt, dass damit noch nicht über die Rechtmäßigkeit des Bauprojekts entschieden wurde. Die Regierung dürfte aber laut NTV nachweisen können, dass die Organisation nicht ausreichend belegen kann, durch das Projekt direkt geschädigt zu werden und daher keine Klageberechtigung hat.
Drei liberale Richter und der konservative Vorsitzende John Roberts haben sich gegen diese Entscheidung ausgesprochen. Sie hielten in ihrer Stellungnahme fest, dass der Bau "wahrscheinlich illegal" sei.
Um das Projekt jetzt noch aufzuhalten, bräuchte es wohl eine neue Klage von einer tatsächlich klageberechtigten Person oder Gruppe, zum Beispiel vom Kongress. Weil dort aber die Republikaner in beiden Kammern die Mehrheit haben, ist so ein Verfahren praktisch ausgeschlossen.
US-Präsident Donald Trump hat nach der Gerichtsentscheidung erklärt, dass damit die letzte Gefahr für das Projekt gebannt sei. Der Supreme Court habe "ohne weitere Vorbehalte, Unsicherheiten oder Bedrohungen zugunsten des Ballsaal-Baus" entschieden, schrieb der US-Präsident auf seinem Onlinedienst Truth Social.
Der National Trust zeigte sich hingegen "zutiefst enttäuscht". Der Präsident der Organisation, Brent Leggs, betonte aber, es sei "bemerkenswert", dass die Mehrheit der Richter "nicht dazu geäußert hat, ob das Projekt für den Ballsaal tatsächlich rechtmäßig war". Der National Trust wirft der Regierung vor, vorgeschriebene Prüfungen umgangen und keine Zustimmung des Kongresses eingeholt zu haben.
Bereits am 21. August hatte Roberts einen vom Berufungsgericht verhängten Baustopp vorübergehend aufgehoben, damit der Supreme Court die Argumente beider Seiten prüfen kann. Ein Bundesgericht hatte die Arbeiten am Ballsaal schon im April gestoppt, den Bau eines unterirdischen Militärbunkers aber erlaubt. Das Berufungsgericht bestätigte Anfang August den Baustopp und verwies darauf, dass so ein Umbau des Weißen Hauses ausdrücklich die Zustimmung des Kongresses braucht.
Trump hat im Oktober 2025 den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen lassen, damit an dieser Stelle ein Ballsaal für bis zu 1.000 Gäste entstehen kann. Laut Präsident soll das Projekt privat finanziert werden. US-Medien berichten jedoch, dass ein Großteil der mittlerweile auf bis zu 600 Millionen Dollar geschätzten Kosten wohl von den Steuerzahlern übernommen werden könnte.