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Teuerung – Junge können sich ausziehen nicht leisten

Erst Corona, nun Krieg und Teuerung: Die Zeiten für Teenager waren schon leichter: "Heute"-Talk mit Julian Christian, Chef der Bundesjugendvertretung.
Heute Redaktion
02.05.2022, 12:10

"Die letzten beiden Jahre waren ohne Zweifel sehr herausfordernd für unsere Generation", sagt Julian Christian, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung, im Backstage-Talk bei "Heute". Die Jungen seien "sehr solidarisch mit der älteren Generation gewesen", sagt der 24-Jährige. "Unser Anspruch nach der Krise ist, dass wir diese Solidarität in einer gewissen Form zurückbekommen."

Video: Der Studio-Talk

Suizide haben stark zugenommen

Alarmierend: "Die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen hat massiv gelitten", sagt Christian. Er führt aus: "Mittlerweile ist der Suizid einer der drei häufigsten Todesursachen bei jungen Menschen. Das sind alarmierende Zahlen, hier braucht es einen Ansatz, um ganz akut die Krisen zu bewältigen." 

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Auch auf den schulischen Bereich müsse man jetzt ganz besonders blicken: "In den letzten zwei Jahren der Pandemie sind in der Zeit des Homeschoolings bei Schülerinnern und Schülern Defizite entstanden. Jetzt muss das Ziel sein, diese Bildungslücken in einem sicheren Präsenzunterricht zu schließen. Dafür braucht es mehr Förderangebote und eine Aufstockung des Personals."

"Reduzierte Einstiegsmieten"

Junge Menschen seien auch von den Teuerungen ganz massiv betroffen. Julian Christian: "Besonders schlimm ist die Wohnsituation. Die Mieten sind in den letzten zehn Jahren doppelt so hoch wie die Inflation gestiegen. Junge Menschen dürfen sich nicht immer nur aufs Hotel Mama verlassen müssen. Es gibt eine zunehmende Zahl von Menschen, die sich das Ausziehen einfach nicht mehr leisten kann. Da muss die Politik gegensteuern." 

„Julian Christian: "Die Zeiten können eigentlich nur besser werden."“

Das Leben in Österreich habe sich so verteuert wie seit über 40 Jahren nicht mehr, erklärt der BJV-Vorsitzende. "'Gerade beim Thema Wohnen trifft die Teuerung junge Menschen besonders stark." Die Erhöhung der Studienbeihilfe sei "ein wichtiges Zeichen". Es brauch aber "schon noch mehr Maßnahmen, die spezifisch junge Menschen entlasten". Christian fordert "ein Wohnpaket für Junge, das besonders am Beginn entlastet. Es braucht zum Beispiel im sozialen Wohnbau zeitlich begrenzte reduzierte Einstiegsmieten und beim Neubau von Wohnungen ein Kontingent, das speziell für junge Menschen reserviert ist."

Wie er in die Zukunft blickt? "Ich hoffe, dass die Zeiten besser werden. Sie können eigentlich nur besser werden ..."

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