Smartwatches haben bei den Funktionen eindeutig die Nase vorn, wenn man sie mit klassischen Uhren vergleicht. Doch wenn es um Stil, Qualität und Langlebigkeit geht, ist die gute alte Uhrmacherkunst immer noch unschlagbar. Eine Rolex oder Breitling am Handgelenk macht halt einfach mehr her als eine Garmin oder Apple Watch. Jetzt soll eine Sensor-Scheibe beide Welten verbinden und klassischen Uhren smarte Funktionen verpassen, wie die Plattform "futurezone" berichtet.
Das münzgroße Gerät hört auf den Namen "The Heir" (übersetzt: "der Erbe") und stammt vom Unternehmen Ganance aus Chicago (USA). Mit verschiedenen Sensoren misst das Gerät zurückgelegte Strecken, Schritte und Kalorien. Praktisch ist auch, dass du damit deine Musik beim Training steuern kannst: Ein kurzes Antippen genügt, um Lieder zu überspringen oder zu pausieren. Außerdem vibriert das Gerät, wenn ein Anruf oder eine Nachricht hereinkommt.
Mit nur 5 Gramm und einem Durchmesser von 30 Millimeter verschwindet das Teil unauffällig unter den meisten Herrenuhren. Du kannst es jederzeit abnehmen. Wer seine teure Uhr beim Sport lieber daheim lässt, kann die Scheibe auch ohne Uhr mit dem "HeirBand" verwenden.
Die gesammelten Daten landen direkt in Apple Health, Google Health und einer eigenen App für iOS und Android. Die Bewertungen im App Store waren aber bisher meist negativ: Von "unbenutzbar" bis "sehr unzufrieden" reicht das Feedback der ersten Kunden, die das Gerät schon bekommen haben. Kritisiert wird, dass nur Schritte gezählt werden oder Benachrichtigungen nicht vibrieren. Diese schlechten Bewertungen stammen allerdings noch aus dem Vorjahr. Ob die Probleme mit einem Update mittlerweile gelöst wurden, ist unklar.
Der Akku hält rund 42 Stunden, also muss das Gerät etwa jeden zweiten Abend auf die zugehörige Dockingstation. "The Heir" kann derzeit vorbestellt werden und kostet 149 Dollar (129 Euro). Das HeirBand schlägt mit 39 Dollar (33 Euro) zu Buche. Für beide zusammen zahlt man 169 Dollar (147 Euro). Der Versand nach Europa ist möglich. Hier vorbestellbar.
Für das, was das Gerät kann, ist der Preis aber schon recht hoch. Allerdings dürfte der Preis für Leute, die ohnehin Tausende Euro für Uhren ausgeben, nicht wirklich eine Rolle spielen.
Ganance ist übrigens nicht das erste Unternehmen, das klassische Uhren mit smarter Technik aufrüsten will. Schon vor Jahren gab es mit Chronos eine tragbare Scheibe, die Schritte und Kalorien gezählt hat. Auch der deutsche Uhrenhersteller Trivoly hatte ein ähnliches Gerät im Sortiment. Durchgesetzt haben sich solche Lösungen aber bisher nicht.