"Ich würde alles verlieren"

Thomas soll für Unfall von Kollegen 200.000 € zahlen

Nach einem schweren Unfall bei einer Seilbahnschulung fordert die Sozialversicherung 200.000 Euro von Thomas Umek – und droht mit einer Klage.
Newsdesk Heute
21.06.2026, 13:38
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Thomas Umek hat in den letzten Wochen gleich mehrere Briefe bekommen. Immer vom gleichen Absender: der BVAEB, also jener Sozialversicherung, die für Seilbahnen zuständig ist. Der Ton in den Schreiben sei dabei immer schärfer geworden, erzählt Umek im ORF-Interview.

Grund für die ganze Sache ist ein Vorfall aus dem Jahr 2023. Damals, im Juli, hat Umek eine Schulung für angehende Maschinisten bei der Seilbahn am Rangger Köpfl betreut. Die Aufgabe war, sich aus einer Gondel abzuseilen.

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"Ich habe allen eine ausführliche Einweisung gegeben", schildert er. Beim ersten Buben hat alles funktioniert, doch der Zweite bekam Panik. "Dann hat er die Totmannsicherung falsch bedient und ist fast zehn Meter auf den Boden gestürzt", so Umek.

Versicherung will 200.000 Euro

Laut ORF zog sich der Mitarbeiter dabei schwerste Verletzungen zu – das Becken war zertrümmert, die Lunge gequetscht, dazu kamen Knochenbrüche. Er war anschließend nicht mehr arbeitsfähig. Die BVAEB musste einspringen und Leistungen zahlen. Jetzt will sie diese und auch zukünftige Kosten offenbar zurückhaben – insgesamt geht es um rund 200.000 Euro.

Weil der Vorfall im Juli bald verjährt, hat die BVAEB von der Haftpflichtversicherung der Bergbahn und auch von Umek verlangt, einen Verjährungsverzicht zu unterschreiben. Damit hätte man mehr Zeit, alles zu prüfen, steht in den Briefen. Auf Nachfrage beim ORF betont die BVAEB, dass sie dazu gesetzlich verpflichtet sei. Man wolle mit der Bergbahn eine Einigung finden.

Keine Schuld festgestellt

Umek fühlt sich jedoch alleingelassen. Die Haftpflichtversicherung der Bergbahn habe ihm mitgeteilt, dass solche Ansprüche gegen ihn als Arbeitnehmer "grundsätzlich nicht mitversichert" seien. Er befürchtet, dass die Forderung am Ende an ihm hängen bleibt und er zahlen muss. Deshalb unterschreibt er den Verjährungsverzicht nicht. Als Folge habe die BVAEB ihm mit einer Klage gedroht, erzählt Umek.

Die Staatsanwaltschaft hat den Unfall damals untersucht, aber die Ermittlungen eingestellt. Es wurde kein Fremdverschulden festgestellt, bestätigt ein Sprecher dem ORF Tirol. Auch zivilrechtlich hat es in dem Fall kein Urteil gegeben. Umso weniger versteht Umek, "dass die Sozialversicherung einen Schuldigen sucht", wie er sagt.

"Ich würde alles verlieren"

Er hat Angst um seine Existenz: "Ich würde alles verlieren und müsste vom Existenzminimum leben." Die BVAEB sagt gegenüber dem ORF, dass man mehrfach versucht habe, auf Umek zuzugehen: "Uns ist bewusst, dass ein solches Schreiben Irritation und Unsicherheit auslösen kann." Man betont, dass der Verjährungsverzicht "keinesfalls" mit einer Schuld- oder Haftungszusage durch Umek verbunden sei.

Trotzdem fühlt sich Umek stark unter Druck gesetzt. In einem Brief, der dem ORF vorliegt, schreibt die BVAEB, dass sie klagen müsse, falls Umek nicht unterschreibt. Ob er sich von seinem Arbeitgeber unterstützt fühlt, wollte Umek nicht beantworten. Die Bergbahnen Oberperfuss selbst wollten zu dem Fall kein Interview geben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.06.2026, 13:38
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