Thrombosen auch Nebenwirkung bei Johnson & Johnson

16.800 Impf-Dosen des Herstellers Johnson & Johnson warten in Österreich bereits auf ihren Einsatz.
16.800 Impf-Dosen des Herstellers Johnson & Johnson warten in Österreich bereits auf ihren Einsatz.
Rob Welham / Camera Press / picturedesk.com
Obwohl es in seltenen Fällen zur Bildung von Blutgerinnseln nach der J&J-Impfung kommen kann, überwiege laut EMA immer noch der Nutzen.

Die Europäische Arzneimittelagentur empfiehlt den vektorbasierten Impfstoff von Johnson & Johnson trotz sehr seltener, aber ernsten Nebenwirkungen. Es gebe zwar einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vakzin und dem Auftreten seltener Blutgerinnsel in Kombination mit einem Blutplättchenmangel, doch die Impfung sei nach wie vor sicher. Das teilte die EMA am Dienstag mit. Die Nebenwirkung soll aber - wie bei dem Impfstoff von AstraZeneca - künftig in die Packungsbeilage aufgenommen werden.

Nutzen überwiegen Risiken

Experten hatten das Präparat nach acht Fällen von Blutgerinnseln in Folge einer Impfung in den USA erneut geprüft. Die Thrombosen traten innerhalb von drei Wochen nach der Impfung bei Menschen unter 60 Jahren in untypischen Regionen des Körpers auf, wie in den Hirnvenen oder in Venen des Bauchraums. Die Symptome waren Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, geschwollene Beine, anhaltende Bauch- oder  Kopfschmerzen, verschwommene Sicht oder blaue Flecken rund um die Impf-Einstichstelle.

Da die Nebenwirkung jedoch als sehr selten eingestuft wurde (acht unter über 7 Millionen Geimpften), überwiege der Nutzen der Impfung die Risiken weiterhin, so die EMA. Der J&J-Impfstoff muss im Vergleich zu anderen Vakzinen nicht bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert werden. Außerdem reicht bei diesem Mittel eine Spritze aus, um einen Schutz gegen das Coronavirus aufzubauen.

Österreich berät noch

Das Nationale Impfgremium (NIG) in Österreich wird am Donnerstag zusammentreten und auch über den Impfstoff von Johnson & Johnson beraten. Man werde sich wie bisher an der Empfehlung der EMA orientieren, bestätigte Herwig Kollaritsch, Mitglied im NIG, gegenüber dem "Kurier".

Die 16.800 ersten Dosen des Impfstoffes von Johnson & Johsnon, die bereits in Österreich angekommen sind, liegen deshalb noch im Großhandel. "So lange, bis Klarheit über allfällige Nebenwirkungen herrscht, werden diese Dosen nicht an die Impfstellen ausgeliefert und auch nicht verimpft", heißt es aus dem Gesundheitsministerium. "J&J spielt im österreichischen Impfplan aktuell eine untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt liegt derzeit vor allem bei den mRNA-Impfstoffen. J&J würde sich aufgrund der einfacheren Handhabung (nur ein Stich, einfache Logistik) vor allem für schwerer erreichbare Zielgruppen eignen."

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