Die Bilder von zahlreichen freien Sitzplätzen beim WM-Spiel zwischen Südkorea und Tschechien haben für heftige Diskussionen gesorgt. Nun hat die FIFA auf die Vorwürfe reagiert und ihre offiziellen Zuschauerzahlen verteidigt.
Beim 2:1-Erfolg der Südkoreaner in Guadalajara waren vor allem auf der Gegengeraden große Lücken nicht zu übersehen. Rund um die Mittellinie blieben ganze Sitzblöcke im Unterrang nur spärlich besetzt. Auch in anderen Bereichen des Stadions waren immer wieder freie Reihen und Plätze zu erkennen.
In sozialen Netzwerken machten viele Fans ihrem Ärger Luft. Zahlreiche Nutzer kritisierten die hohen Ticketpreise und stellten die offiziellen Angaben zur Stadionauslastung infrage. Bereits vor Turnierbeginn waren laut Medienberichten noch rund 180.000 Karten über die offiziellen Wiederverkaufsplattformen verfügbar. Der Weltverband widerspricht den Vorwürfen jedoch deutlich. Nach FIFA-Angaben wurden für die Partie 44.985 Besucher gezählt. Bei einer Kapazität von 45.664 Zuschauern entspricht das einer Auslastung von 98,5 Prozent.
Dass die TV-Bilder dennoch immer wieder größere freie Bereiche zeigten, erklärt die FIFA mit dem Verhalten der Fans im Stadion. Viele Zuschauer hätten die Partie nicht von ihren Sitzplätzen aus verfolgt, sondern lieber stehend im Umlauf der Tribüne verfolgt.
"Die offiziellen Besucherzahlen spiegeln die Anzahl der gescannten Tickets und der Zuschauer wider, die sich innerhalb des Stadiongeländes aufhielten, und nicht visuelle Einschätzungen der Sitzbesetzung zu einem beliebigen Zeitpunkt während des Spiels", teilte die FIFA mit.
Die Diskussion um die Auslastung der Stadien dürfte damit aber nicht beendet sein. Für Österreichs WM-Auftakt gegen Jordanien am Mittwoch um 6 Uhr österreichischer Zeit in San Francisco sind weiterhin zahlreiche Karten über den offiziellen Resale erhältlich. Die günstigsten Tickets kosten derzeit rund 200 Euro.