Haustiere

Trauma und Zeckenplage nach Staudammbruch

Nach der Zerstörung eines Staudamms in der Ukraine sorgten die Überschwemmungen für immenses Leid bei Mensch und Tier. Zwei Hündinnen hatten Glück.
Christine Kaltenecker
28.06.2023, 07:23
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Zerstörung des Kachowka-Staudamms und die katastrophalen Überschwemmungen in der Südukraine Anfang Juni sorgten für immenses Leid bei Mensch und Tier. Vier Pfoten reagierte schnell und lieferte Tierfutter, Medikamente und Rettungsausrüstung in das betroffene Gebiet. Eine Tierärztin der Organisation sowie lokale Partnertierärzte halfen in Kliniken bei der Behandlung von Tieren, die aus dem Wasser gerettet wurden. Eine von ihnen ist Hündin Nadiya, eine Mutter von zehn Welpen, die ebenfalls alle gerettet werden konnten. Während Nadiya und ihre Welpen in Sicherheit sind, hatten viele andere Tiere nach dieser Tragödie nicht so viel Glück.

Zecken-Invasion auf Tieren

Nadiya, deren Name „Hoffnung" bedeutet, war massiv gestresst vom Überlebenskampf in den Fluten, in dem sie verzweifelt versucht hatte, sich und ihre zehn Welpen in Sicherheit zu bringen. Die Hunde waren mit Zecken übersät, da auch Insekten versuchen, dem Wasser zu entkommen, indem sie sich an anderen Lebewesen festhalten. Vier Pfoten Tierärztin Dr. Valentyna Danyliv gewann das Vertrauen der Hundemutter und ermöglichte so ihre Behandlung. Die Rettungsaktion war jedoch nur der erste wichtige Schritt. Die Tiere benötigen eine angemessene Nachbehandlung, da sie dem verschmutzten und mit Parasiten, Flöhen und Zecken verseuchten Überschwemmungsgebiet ausgesetzt waren.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Als Nadiya ankam, wollte sie niemanden an sich heran oder in die Nähe ihrer Welpen lassen. Die Hunde haben ein schweres Trauma erlitten, und wir mussten zunächst Geduld mit ihr haben und ihr Vertrauen gewinnen. Glücklicherweise konnten wir mit den Behandlungen beginnen, sobald Nadiya sich beruhigt hatte. Wir verabreichten der gesamten Hundefamilie Antiparasiten- und Zeckenmittel und führten eine gründliche Untersuchung durch. Die Gemeinde, in der sich die Klinik befindet, wird nun die Suche nach den Besitzern oder nach einem neuen liebevollen Zuhause für die Hunde übernehmen. Die Gewissheit, dass Nadiya und alle ihre Welpen in Sicherheit und wohlauf sind, ist ein Hoffnungsschimmer in dieser verheerenden und schwierigen Zeit", sagt Dr. Danyliv.

"Becky" war in Schockstarre

Am selben Tag wurde ein weiterer Hund, der aus den Fluten gerettet wurde, von Dr. Danyliv behandelt. Becky war ebenfalls mit Zecken übersät und in einer Schockstarre, während das Team vorsichtig die notwendigen Behandlungen durchführte. Sobald sie sich entspannt hatte, gewann Becky mit ihrer freundlichen und sanftmütigen Art die Herzen aller und war dankbar für das Futter, das man ihr gab.

"Der Krieg in der Ukraine ist eine andauernde Tragödie für Menschen und Tiere gleichermaßen, und die Zerstörung des Kachowka-Staudamms war ein weiterer verheerender Schlag. Wieder einmal sind viele Menschen ums Leben gekommen, andere wurden ihrer Heimat beraubt, und die Verseuchung des Wassers wird lang anhaltende Folgen für die Region haben. Wir sind froh, dass wir den Tieren nach den Überschwemmungen so schnell helfen konnten. Wir werden unsere Arbeit in der Ukraine fortsetzen, indem wir unser Hauptaugenmerk wieder auf unsere bestehenden Programme legen, um so vielen streunenden und ausgesetzten Tieren wie möglich zu helfen, besonders in diesen herausfordernden Zeiten", sagt Manuela Rowlings, Leiterin der Vier Pfoten Streunerhilfeprojekte in Europa.