Wildtiere

Igel-Methusalem bricht alle Rekorde

In Dänemark soll der älteste Igel der Welt gefunden worden sein. Mit 16 Jahren soll das Tier um sieben Jahre älter gewesen sein als der Rekordhalter.

Christine Kaltenecker
In Dänemark hat man nun den angeblich ältesten Igel der Welt entdeckt.
In Dänemark hat man nun den angeblich ältesten Igel der Welt entdeckt.
Getty Images/iStockphoto

Der Igel ist im Mitteleuropäischen Raum neben dem Eichhörnchen das wohl bekannteste und beliebteste Wildtier. Da er in Österreich auch unter Naturschutz steht, sollte man dem Stacheligen auch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken. In Dänemark haben Wissenschaftler jetzt einen richtigen Igel-Methusalem entdeckt, der mit 16 Jahren den bisherigen Rekordhalter um sieben (!) Jahre übertrumpfte.

Ein Rätsel

Obwohl ein Igel bereits im Kindesalter benannt werden kann, wurde er noch immer nicht zur Gänze erforscht. Keiner weiß beispielsweise wie viele Igel in Europa überhaupt herumlaufen und eben auch nicht, wie alt sie jetzt tatsächlich werden können. Alle Zahlen zu den niedlichen Stacheltieren beruhen bisher auf Einschätzungen diverser Wildtier-Spezialisten.

"Citizen-Science-Projekt"

Sophie Lund Rasmussen von der dänischen Universität Aalborg wollte den ganzen, noch offenen Fragen auf den Grund gehen und gründete mit ihren Kollegen ein sogenanntes "Citizen-Science-Projekt". Freiwillige Bürger spielten also eine maßgebliche Rolle und wurden dazu angehalten, tot aufgefundene Igel einzusammeln und an die Forschenden zu schicken. Mittlerweile konnten so knapp 697 Igel, inklusiver ihrer Wachstumslinien des Kiefers, untersucht werden. Diese entstehen durch den Winterschlaf, wo das Wachstum und Altern des Igels praktisch unterbrochen wird.

Jung lebt gefährlich

Das Festlegen des Alters zeigte vor allem, dass junge Igel eine wesentlich höhere Sterberate haben als ältere Tiere. Noch vor dem ersten Geburtstag werden sie besonders häufig von einem Auto erfasst und durchschnittlich liegt die Lebenserwartung bei maximal zwei Jahren. Wenn sie allerdings die ersten "gefährlichen" 24 Monate überstehen, dürfen sie sich über ein relativ langes Leben freuen, wie die Probe eines 16-jährigen (!) Igels bewies. Auch zwei weitere Igel starben erst mit elf und 13 Jahren und konnten somit mehrere Jahre für gesunde Jungtiere sorgen.

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Die Sommermonate bedeuten für Igel ein erhöhtes Risiko überfahren zu werden. Im Herbst dagegen sterben sie häufig an Krankheiten, verhungern oder verdursten.

Männchen haben Nase vorn

Wie auch bei anderen Säugetieren ist wohl die Erfahrung eines Igels dafür verantwortlich, die erhöhten Risiken zu erkennen. Haben sie jedoch mehrere Jahre überlebt, dürften sie richtige Allrounder sein und Bedrohungen gut einschätzen können. Männchen leben allerdings im Schnitt um 24 Prozent länger als Weibchen, was durch die Aufzucht der Jungtiere begründet wird – immerhin sind hier die Damen ganz auf sich gestellt.