Die 10-Jährige ist auch eine Woche nach der schrecklichen Biss-Attacke noch immer völlig fertig, wie ihre Mutter im Gespräch mit "Heute" erzählt. Das Mädchen bricht beim Gedanken an ihren Chihuahua "Tiffany" in Tränen aus, traut sich nicht mehr beim Nachbarhaus vorbeigehen. Für die ganze Familie ist die blutige Attacke traumatisch.
Rückblick: Es ist Mittwoch, der 9. Oktober. Die 10-Jährige aus Bad Ischl geht um 16.20 Uhr mit einer Freundin spazieren, beide haben ihre Hunde an der Leine. Als die Mädchen beim Nachbargrundstück vorbeikommen, schießt plötzlich ein "tschechoslowakischer Wolfshund" (Kreuzung aus deutschem Schäferhund und Wölfen aus den Karpaten) vom nicht eingezäunten Grundstück. Das andere Mädchen kann mit ihrem Hund davonlaufen, doch "Tiffany" wird attackiert. Immer wieder beißt der Hund zu.
Die Hündin (3,5 Kilo) hat keine Chance, sie wird vor den Augen der Schülerin totgebissen. Das Mädchen wehrt sich, wird dabei ebenfalls in den Finger gebissen. Die Besitzer des Wolfshundes kommen dazu, müssen das Tier schlagen, damit es loslässt. Das Kind konnte heimlaufen.
"Sie hat panische Angst", sagt ihre Mutter jetzt. Die ganze Familie hofft nun, dass der Wolfshund wegkommt.
Der Pfotenhilfe in Lochen (Bez. Braunau) liegen Videos vor, die zeigen, dass der Hund sofort anschlägt, sobald sich z.B. der Schulbus nähert. "Wir wurden nach dem Vorfall von der völlig aufgelösten Mutter des Mädchens verständigt", erklärt Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe. "Als die Mutter mit Tiffany sofort zur Tierärztin fuhr, die ihr sogar entgegenkam, konnte diese nur noch den Tod feststellen", so Stadler.
Bei der Hundeattacke im vergangenen Herbst wurde in Oberösterreich eine Joggerin (60) getötet. Die Tragödie löste eine hitzige Debatte über Hundehaltung in Oberösterreich aus. Nach dem schlimmen Ereignis kündigte die Politik eine Gesetzesverschärfung an.
"Uns wurden Fotos und Videos übermittelt, die zeigen, dass der Nachbarshund im nicht eingezäunten Garten illegal angebunden gehalten wird, und zwar nur an einem Schirmständer mit einem halben Sockel, der ganz leicht umkippen kann", so Stadler weiter.
Diese Situation habe sich auch nach dem schrecklichen Vorfall nicht geändert. Eine derart "schreckliche Haltung" (der Hund wird laut Pfotenhilfe immer wieder auf den Balkon gesperrt - "lieblos, einsam, ohne Beschäftigung und Bewegung") führe zu großem Frust und entsprechenden Handlungen. "Auch er ist leider ein Opfer der Menschen", so Stadler.