Unsere Schüler sind gut in Mathe, aber nicht in Physik

Eine neue Studie zeigt, wie es um Österreichs Viertklässler steht.
Eine neue Studie zeigt, wie es um Österreichs Viertklässler steht.HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Österreichs Schüler schneiden bei der Vergleichsstudie TIMSS in Mathematik besser ab denn je, dafür verschlechtern sie sich in Naturwissenschaften.

TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) ist eine international vergleichende Schülerleistungsstudie der IEA (International Association for the Evaluation of Educational Achievement). Bei eTIMSS 2019 wurden in Österreich Schülerinnen und Schüler der 4. Schulstufe in den Testbereichen Mathematik und Naturwissenschaften durch das IQS (damals noch BIFIE) getestet. TIMSS wird regelmäßig im Abstand von 4 Jahren erhoben, Österreich hat vor der Teilnahme an TIMSS 2019 zuletzt 2011 und davor 2007 sowie 1995 daran teilgenommen. Jetzt liegen die aktuellen Ergebnisse vor.

Gute Mathe-Ergebnisse

Die österreichischen Schülerinnen und Schüler der 4. Schulstufe erzielen in Mathematik mit 539 Punkten ihre beste Leistung aller bisherigen Erhebungen und liegen im EU-Vergleich auf dem sechsten Platz (geteilter Rangplatz 5 bis 7). Sie konnten sich seit der letzten Teilnahme 2011 um 31 Punkte verbessern. Die Gruppe der Schülerinnen und Schüler mit den niedrigsten Kompetenzen verkleinert sich von 5 % auf nur noch 2 %. Umgekehrt schaffen es 9 % der Schülerinnen und Schüler die höchste Kompetenzstufe zu erreichen. Im Jahr 2011 waren es nur 2 %.

Die besten mathematischen Ergebnisse der teilnehmenden EU-Länder erzielt, ähnlich wie 2015, Nordirland (566 Punkte), gefolgt von England und Irland. Im weltweiten Vergleich erzielt Singapur mit 625 Punkten die besten Mathematik-Leistungen. Buben zeigen in Österreich höhere Mathematikleistungen. Von zehn leistungsstarken Schülerinnen und Schülern sind 6 Buben und 4 Mädchen. In 17 von 24 EU-Ländern zeigen Buben bessere Leistungen als Mädchen.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP): "Die österreichischen Schülerinnen und Schüler schneiden in Mathematik so gut wie nie zuvor ab. Das ist ein großartiges Ergebnis und eine gewaltige Leistungssteigerung gegenüber der letzten TIMSS-Studie. Wir müssen nun daran arbeiten, dass dieses Niveau bis zu den Abschlussklassen erhalten bleibt."

Absturz in Physik und Erdkunde

In Naturwissenschaft erreichen Österreichs Schülerinnen und Schüler 522 Punkte und befinden sich damit im europäischen Mittelfeld. Gegenüber 2011 ist eine leichte Verschlechterung festzustellen (minus 9 Punkte). Österreich befindet sich EU-weit auf dem 12. Platz (geteilter Rangplatz 9 bis 17). Die besten Ergebnisse der teilnehmenden EU-Länder in Naturwissenschaft erzielt wie bereits 2015 Finnland mit 555 Punkten. Mit 13 Punkten Abstand folgt eine Gruppe mit Lettland, Litauen, Schweden und England, die zusammen auf geteilten Rangplätzen zwischen 2 und 5 liegen.

Die weltweiten Spitzenergebnisse in Naturwissenschaften fallen ähnlich wie 2015 aus. Singapur (595 Punkte) teilt sich die ersten Rangplätze mit der Republik Korea. Dahinter folgen die Russische Föderation (567) und Japan (562).

Österreich weist in Naturwissenschaft einen Anteil von 7 % leistungsstarker Schüler auf, 6 % gehören zur schwächsten Gruppe. Beide Werte sind mit dem EU-Schnitt vergleichbar. Naturwissenschaft setzt sich aus den Teilbereichen Biologie, Physik und Erdkunde zusammen. In Österreich bleibt im Vergleich zu TIMSS 2011 nur Biologie praktisch unverändert. Verluste zeigen sich in den Bereichen Physik und Erdkunde. Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung kann in Österreich kein Geschlechterunterschied in den Naturwissenschaften festgestellt werden. In früheren Erhebungen erzielten Buben bessere Ergebnisse. In über der Hälfte aller Länder international gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen Buben und Mädchen.

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