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"Tiny Tina's Wonderlands" ist ein Fantasy-"Borderlands"

Rund einen Monat vor dem Launch von "Tiny Tina's Wonderlands" durfte "Heute" erstmals in Rollenspiel-Ego-Shooter reinschnuppern.

Rene Findenig
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"Tiny Tinas Wonderlands" ist ein Fantasy-"Borderlands". Wir durften es anspielen.
"Tiny Tinas Wonderlands" ist ein Fantasy-"Borderlands". Wir durften es anspielen.
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Drachen! Orks! Goblins! Fette Schwerter! Was der "Borderlands 2"-DLC "Tiny Tina's Sturm auf die Drachenfestung" begonnen hat, setzt in Kürze der Loot-Shooter "Tiny Tina's Wonderlands" von Gearbox Interactive auf PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series und PC fort. Im Mittelpunkt steht wieder die quirlige Tina, die sich eine neue Fantasy-Welt ausgedacht hat und den mit durchgeknallten Waffen ausgestatteten Spieler mit flotten Sprüchen beim Ballern begleitet.

Auch "Tiny Tina's Wonderlands" funktioniert laut Vorschau-Version gleich wie der Vorgänger: Unsere witzige Spielleiterin versetzt uns als Spielfigur in ihr "Pen and Paper"-Spiel und versorgt uns gleichzeitig mit allen möglichen Gefahren, die so eine Fantasy-Welt zu bieten hat. Allzu tief ließ die Preview allerdings noch nicht blicken, den spielbar war bisher nur ein rund 1,5 Stunden langer Abschnitt in einem einzigen Areal der Spielwelt – "Kropfberg" soll im finalen Spiel eine optionale Mission sein.

Neue Fantasy-Elemente und alte Bekannte

Dass das Game ein "Borderlands" im Fantasy-Gewand ist, zeigen nicht nur wahnwitzige Waffen und flotte Sprüche, sondern auch die Rückkehr beliebter Charaktere – allen voran der überbegeisterte Allzweckroboter Claptrap, um den sich auch einige der Missionen drehen werden. Abseits davon darf man mit Kobolden Revolutionen niederschlagen, gegen feuerspeiende Drachen ins Feld ziehen oder sich auf die Suche nach der mächtigsten Waffe der Welt begeben.

"Tiny Tina's Wonderlands" wird zum Launch mehrere spielbare Klassen bieten, zwei davon waren in der Vorschau bereits freigeschaltet, nämlich der "Grabspross" und der "Killomant" – Ersterer nutzt Gesundheit für verschiedenste Attacken, Zweiterer kann sich unsichtbar machen und mit einer magischen Klinge zuschlagen. Wie diese beiden Klassen sollen auch alle anderen je zwei verschiedene aktive Fähigkeiten haben. Ebenfalls neu: Jede Figur bekommt eine passive Fähigkeit.

Abwechslung dürfte großgeschrieben werden

Diese passiven Skills werden als "Großtat" bezeichnet – der "Grabspross" kann dabei einen Begleit-Kämpfer herbeirufen, der "Killomant" hat dafür eine höhere Chance auf kritische Treffer. Damit hatten wir zwar noch wenig Überblick über die gesamte Palette der Klassen, so sehr sich die beiden spielbaren aber unterschieden, darf man darauf hoffen, dass das Game Abwechslung großschreiben wird. Bleibt zu hoffen, dass sie so ausbalanciert sein werden wie die zwei präsentierten.

Beim Gameplay spielt sich "Tiny Tina's Wonderlands" fast ident mit den "Borderlands"-Games – was kein Fehler ist, denn die zocken sich bekanntlich großartig: Jede Menge verrückter Feinde werden mit einem gigantischen Waffenarsenal plattgemacht, tonnenweise Beute wird eingestreift und alles wird in actiongeladene Quests verpackt, die noch dazu mit humorvollen Geschichten und Dutzenden Nebenaufgaben verpackt werden. Ein bisschen Grind darf natürlich nicht fehlen.

Zaubersprüche als eine große Neuheit

Das alles heißt aber nicht, dass das Spiel gar nichts neu macht. So dreht sich die Geschichte nun nicht nur um ein Fantasy-Setting, sondern neben den zufallsgenerierten Schusswaffen kommen nun auch (ebenfalls zufallsgenerierte) Zaubersprüche ins Spiel, die die "Borderlands"-Granaten ersetzen und sich per Button-Druck aktivieren lassen. Im Gegensatz zu den Waffen braucht Magie keine "Munition", sondern die Sprüche lassen sich nur nach einer Abklingzeit erneut abfeuern.

Typisch "Borderlands", aber es gibt auch Neuerungen: "Tiny Tina's Wonderlands".
Typisch "Borderlands", aber es gibt auch Neuerungen: "Tiny Tina's Wonderlands".
Gearbox Interactive

Die Zaubersprüche zeigen sich dabei in den unterschiedlichsten Ausführungen, aber allesamt im Fantasy-Design: Mal schleudern wir Blitze auf unsere Feinde, mal kreieren wir mächtige Feuerbälle und mal lassen wir Angreifer einfach erstarren. Richtig gelesen, die Zaubersprüche richten nicht nur Schaden an, sondern lösen auch Effekte aus, indem sie Gegner beispielsweise vergiften, ihre Rüstungen unbrauchbar machen oder immer mehr Effektschaden ansammeln.

Vieles am Gameplay deutlich simpler

Generell ist das Gameplay um unnötig komplizierte Mechaniken erleichtert worden: Man scrollt kaum mehr durch Items und Waffenlisten oder Zaubersprüche, sondern kann fast alles mit einem Knopfdruck auslösen und mit einem weiteren wechseln. Was uns derzeit noch etwas stört: Verwendbare Rüstungen und Ringe liefern uns zwar nette Boni wie mehr Schaden oder Gesundheit, verändern aber das Aussehen unseres Charakters kaum. Da würden wir uns noch mehr Detailliebe wünschen.

Optisch aber gibt es mit den nutzbaren Skins was auf die Augen – zumindest in der finalen Version, denn einsammeln durften wir sie in der Vorschau bereits, genauer betrachten aber nicht. Neu ist auch das Aufleveln des Charakters: Pro Aufstieg dürfen wir einen Skill-Punkt in ein klassisches Fähigkeiten-System investieren, das unsere beiden aktiven Skills stärkt. Außerdem aber darf man einen Helden-Punkt nutzen und erstmals direkt in die Statuswerte der Figur investieren.

Das verändert das Spiel nun komplett

Was wie eine kleine Neuerung klingt, verändert das Spiel nun komplett, denn ab dem Start darf man nun selbst fast frei bestimmen, welche Klasse man wie ausbauen, beziehungsweise welche Fähigkeiten man nutzen will. Im weiteren Spielverlauf soll sich jede Klasse zudem in eine weitere Unterklasse teilen und so für neue Ausrichtungen sorgen. Das System klingt fantastisch: Einerseits wurde der Skill-Tree deutlich verschlankt, andererseits bietet er mehr Möglichkeiten.

"Tiny Tinas Wonderlands" ist ein Fantasy-"Borderlands", das bereits mächtig Eindruck macht.
"Tiny Tinas Wonderlands" ist ein Fantasy-"Borderlands", das bereits mächtig Eindruck macht.
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Neben der Rüstungskritik bleiben am Ende aber noch einige Fragezeichen. So fühlte sich der Nahkampf noch etwas plump und nach wildem Draufhauen denn nach einer actiongeladenen Schlacht an und in dem Inventarsystem verloren wir teils aufgrund der vielen Werte und Felder die Übersicht. Beides ist aber eine Frage der Politur. Grafisch hingegen sieht "Tiny Tina's Wonderlands" mit seinem Cel-Shading-Look wie das beste "Borderlands" aller Zeiten aus. Wir haben jedenfalls Lust auf mehr.