Rund um Ostern sind sie besonders aktiv - und genau das wird vielen zum Verhängnis. Die Paarungszeit der Feldhasen hat ihren Höhepunkt erreicht, doch der Straßenverkehr wird für die Tiere oft zur tödlichen Falle.
Allein im vergangenen Jahr verendeten in der Steiermark 2.053 Hasen auf den Straßen. Das zeigen aktuelle Zahlen von VCÖ und WWF. Dabei sind nur gemeldete Fälle erfasst - die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.
Doch nicht nur Hasen sind betroffen: Insgesamt kamen mehr als 8.700 andere Wildtiere unter die Räder, darunter rund 5.800 Rehe, mehr als 1.200 Fasane und etwa 600 Füchse.
Ein Grund: Die Tiere sind in der Paarungszeit weniger aufmerksam und kreuzen häufiger Straßen. Gleichzeitig durchziehen rund 24.600 Kilometer Straßen das Bundesland - ein massiver Eingriff in ihren Lebensraum.
"Jede neue Straße reißt die Landschaft weiter auseinander: Lebensräume zerbrechen, Arten verschwinden – und der Verkehr wächst unaufhaltsam. Die Wissenschaft schlägt seit Jahren Alarm", sagt Simon Pories vom WWF Österreich.
Auch das steigende Verkehrsaufkommen verschärft die Lage. In den vergangenen fünf Jahren wurde der Straßenverkehr für mehr als 10.800 Hasen in der Steiermark zur Todesfalle.
Der VCÖ sieht eine klare Lösung: weniger Verkehr. "Die Natur darf nicht noch mehr unter die Räder kommen. Wenn wir den öffentlichen Verkehr, den Radverkehr und Fahrgemeinschaften forcieren, verringert das den Straßenverkehr – zur Freude nicht nur der Tiere, sondern auch der Anrainerinnen und Anrainer", so Klara Maria Schenk.
Im Bundesländer-Vergleich liegt Niederösterreich mit 8.341 getöteten Hasen an der Spitze, die Steiermark belegt Platz vier.