Nach den tödlichen Schüssen auf eine Autofahrerin durch Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis wollen jetzt auch die Behörden vor Ort bei den Ermittlungen mitreden. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, hat am Freitag gesagt, es sei "zutiefst beunruhigend", dass die Führung in Washington schon eine Meinung zum Vorfall habe. Deshalb müssten die Ermittler vor Ort unbedingt eingebunden werden.
Auch die Staatsanwältin Mary Moriarty will, dass die Sache vor Ort ordentlich untersucht wird. "Unser Ziel muss sein, dass auf lokaler Ebene eine gründliche Untersuchung abgeschlossen wird", sagte sie am Freitag. Das FBI hat das Auto, die Patronenhülsen und die Aussagen der Zeugen mitgenommen.
"Daher stünden uns jegliche forensischen Analysen, die daraus resultieren, nicht zur Verfügung – es sei denn, sie würden diese mit uns teilen." Moriarty hat ein Onlineportal eingerichtet, damit Hinweise zu der Tat gesammelt werden können.
Die Behörden in Minnesota haben erklärt, dass die lokalen Ermittler zuerst vom FBI eingeladen wurden, bei der Untersuchung mitzumachen. Später wurden sie aber von den Ermittlungen ausgeschlossen.
Am Mittwoch hat ein ICE-Beamter in Minneapolis der 37-jährigen Autofahrerin Renee Nicole Good in den Kopf geschossen. Ihr Wagen soll angeblich die Straße blockiert haben und war zuerst von ICE-Beamten umstellt. Als die Polizisten zum Auto gingen und die Tür aufmachen wollten, hat die Frau versucht, wegzufahren. Dann hat ein ICE-Mitarbeiter drei Mal geschossen. Der SUV ist außer Kontrolle geraten und in parkende Autos gekracht.
Die US-Regierung meint, die Frau habe versucht, "ihren Wagen als Waffe zu verwenden" und Polizisten zu töten. Deshalb sei sie erschossen worden. Laut US-Vizepräsident JD Vance hat der Schütze "absolute Immunität".
Aus Gerichtsakten, die die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte, geht hervor, dass der Schütze im Juni schon einmal bei einem anderen ICE-Einsatz gegen Migranten von einem Auto mitgeschleift wurde.