Der Fund sorgt für Fassungslosigkeit – und doch wusste im Ort lange niemand davon. Am Sonntag (18. Jänner) gegen 13 Uhr entdecken Reisende nahe des Grenzübergangs Nickelsdorf auf österreichischer Seite ein totes Neugeborenes – wir berichteten. Als der Notarzt eintrifft, ist das Mädchen bereits tot. Der Bereich liegt nur wenige Minuten vom Ortskern entfernt.
Trotzdem bleibt der Fall im Dorf zunächst unter dem Radar. Erst zwei Tage später, am 20. Jänner, informiert die Polizei die Öffentlichkeit. Der Grund: ermittlungstaktische Überlegungen. Im Ort selbst war der Todesfall nach "Heute"-Informationen aus dem Umfeld bis dahin kaum bekannt.
Was mit dem Baby passiert ist, ist derzeit völlig offen. Unklar ist, ob das Kind tot geboren wurde, kurz nach der Geburt starb oder getötet wurde. Eine Obduktion wurde angeordnet, sie läuft aktuell, ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Die Polizei hält sich mit Details zurück.
Zuständig ist die Landespolizeidirektion Burgenland, die Staatsanwaltschaft Eisenstadt führt das Verfahren. Sprecher Helmut Marban erklärt gegenüber der APA: "Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen." Gesicherte Spuren werden derzeit ausgewertet, zu möglichen Hinweisen gibt es keine Angaben.
Die Gemeinde Nickelsdorf ist offiziell nicht eingebunden. Bürgermeister Gerhard Zapfl (SPÖ) betont gegenüber "Heute", dass der Fall direkt an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt übergeben wurde. Die Gemeinde selbst habe keine Rolle in den Ermittlungen.
Fix ist ebenfalls: Ungarische Behörden sind in den Fall nicht involviert. Offen bleiben zentrale Fragen – etwa die Identität der Mutter, mögliche Tatverdächtige oder ob das Baby am Fundort geboren oder dort abgelegt wurde. Auch ob ein natürlicher Tod oder ein Gewaltverbrechen vorliegt, ist weiterhin unklar.