In den Kopf geschossen

"50 Schrotkugeln!" – streng geschützte Eulen getötet

Im Bezirk Neusiedl am See kam es zu einem erneuten Fall von Wildtierkriminalität. Zwei geschützte Waldohreulen wurden nachweislich erschossen.
Newsdesk Heute
14.01.2026, 11:26
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Nach einem aktuellen Fall von Wildtierkriminalität schlagen BirdLife Österreich und der World Wide Fund for Nature (WWF) erneut Alarm. Im Bezirk Neusiedl (Burgenland) wurden Ende November 2025 zwei geschützte Waldohreulen im Gemeindegebiet St. Andrä am Zicksee nachweislich erschossen.

Wie alle wildlebenden Vogelarten ist auch die Waldohreule im Burgenland gemäß §2 der Burgenländischen Wildstandregulierungsverordnung 2017 streng geschützt. Wie alle Tag- und Nachtgreifvögel ist dieser Greifvogel ganzjährig geschont, deshalb sind Fang und Tötung verboten.

Neusiedl am See: Hotspot für Wildtierkriminalität

Am 26. November 2025 wurde dem Projektpartner WWF Österreich der Fund zweier toter Greifvögel gemeldet. Am Rand eines Teiches wurden zwei Waldohreulen tot aufgefunden. Beide mit offensichtlichen Blutspuren im Gefieder. Die Röntgenbilder zeigen nun: Die Vögel wurden mit Schrot erschossen.

"Einer der Waldohreulen wurde offensichtlich in den Kopf geschossen, das Röntgenbild zeigt über 50 Schrotkugeln im Kopfbereich", so Johannes Hohenegger, Experte für Greifvogelschutz bei BirdLife Österreich: "Die andere Eule hatte Schrotkörner in Flügel und Bein sowie mehrere Knochenbrüche."

BirdLife und WWF schlagen Alarm

BirdLife erstattete in diesem akuten Fall Anzeige gegen unbekannt. Beide Organisationen fordern konsequente Maßnahmen auf regionaler und lokaler Ebene, um dieses Problem zu bekämpfen.

Im Jahr 2025 wurden zahlreiche Fälle von illegaler Nachstellung bzw. Tötung gemeldet. "Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren auch streng geschützte Arten wie Kaiseradler oder Kornweihe illegal getötet. Obwohl die Anzahl der bekannten Fälle bereits erschreckend ist, dürfte dies nur die Spitze des Eisbergs sein – es ist zu befürchten, dass die Dunkelziffer ein Vielfaches höher ist", so Hohenegger.

EU-LIFE-Projekt "wildLIFEcrime"

Um die Wildtierkriminalität zu reduzieren, arbeiten 13 Organisationen aus Österreich und Deutschland zusammen. Damit gefährdete Arten geschützt werden, setzt sich eine Koalition aus Naturschutzverbänden, Polizei, Universitäten, Behörden und Veterinärmedizinern für einen besseren Schutz gefährdeter Arten ein. Bis zum Jahr 2028 soll dieses Projekt dazu beitragen, dass sich die Wildtierkriminalität in Deutschland und Österreich reduziert.

Wer verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit Wildtierkriminalität macht oder Hinweise auf illegale Tötung geschützter Arten hat, wird gebeten sich unter der BirdCrime Hotline (+43 660 86 2327) zu melden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 14.01.2026, 11:53, 14.01.2026, 11:26
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen