Totgebissener Soldat: Hund war öfters auffällig

Im Fall des von zwei Diensthunden getöteten Soldaten (31) kommen immer mehr Details ans Licht: Schäfer „Hati" war vor der tödlichen Attacke bereits zwei Mal auffällig gewesen.

Militärschäfer „Hati" war vor den tödlichen Bissen am 14. November in der Flugfeldkaserne in Wiener Neustadt ("Heute" berichtete) bereits zwei Mal nachweislich auffällig. Im August 2019 hatte das spätere Opfer (31) einen Hundeführer gebeten, auf „Hati" aufzupassen. Zu diesem Zeitpunkt war das Herrl des Hundes auf Urlaub, weshalb der 31-Jährige für "Hati" zuständig war. Der Hundeführer schrieb danach per Chat dem 31-Jährigen: „Der Auslauf heute war sehr kurz, weil er wieder Tendenzen gehabt hat, mich zu beißen. Ich wollte es nicht herausfordern, weil ich alleine war und ich ihn erschlagen müsste, wenn es ernst wird oder ich verletzt bin." Bereits im Februar hatte der zweijährige Schäfer zugeschnappt („Heute" berichtete ebenfalls).

"Welche Vorfälle gab es noch?"

Opferanwalt Erich Gemeiner dazu: „Das fällt dem Hundeführer bei der vierten Einvernahme nach rund drei Wochen ein? Welche Vorfälle gab es noch? Und warum wurde der Besitzer von Hati, der damals im Urlaub war, nicht darüber informiert? Regelrecht schockierend ist zudem die Tatsache, dass das Bundesheer die für die Hundeanlage vorgesehenen finanziellen Mittel anderwertig verwendet hat. Nach Akteneinsicht sage ich: Eine derartig laienhaft überwachte und nur unzureichend gesicherte Hundeanlage hätte nie betrieben werden dürfen. Der Unfall wäre daher vermeidbar gewesen."

Das sagen Heer und Staatsanwaltschaft

Bundesheersprecher Michael Bauer sagte am Mittwoch dazu: „Wem nützt es in einem laufenden Verfahren, Details, die dazu noch aus dem Zusammenhang gerissen werden, an die Medien zu spielen? Ich halte dies für unseriös. Wir untersuchen den Fall und versuchen den Tatvorgang darzustellen und wollen wissen, gegen welche Bundesheer-Vorschriften verstoßen wurden. Verstöße werden dann intern sanktioniert. Der Rest inklusive Ermittlungsverfahren ist Sache der Staatsanwaltschaft."

Die Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt erweiterte das Ermittlungsverfahren und ermittelt jetzt gegen unbekannt sowie den Besitzer (40) der beiden Hunde wegen grob fahrlässiger Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Und es werden Gutachten eingeholt – etwa ein DNA-Gutachten. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Wie geht es weiter? Laut Wr. Neustadts Staatsanwalt Erich Habitzl sollen die Gutachten heuer keinesfalls mehr fertig werden. Die beiden Hunde Hati (2 Jahre) und der jüngere Ragna (knapp 8 Monate) bleiben indes bis auf weiteres in Quarantäne.

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