ÖFB-Team wartet

"Toxische Situation!" Deutsche Krise vor Hit in Wien

Am Dienstag steigt in Wien der Test-Kracher zwischen Österreich und Deutschland. Bei den Gästen ist die Lage nach der jüngsten Pleite angespannt. 

Sport Heute
"Toxische Situation!" Deutsche Krise vor Hit in Wien
Julian Nagelsmann muss seine erste Bundestrainer-Niederlage einstecken.
IMAGO/Moritz Müller

Deutschlands Fußball-Boss Bernd Neuendorf hat nach der unerwarteten Niederlage beim Heimdebüt von Julian Nagelsmann gegen die Türkei (2:3) vor Diskussionen um den neuen Bundestrainer und zu viel Pessimismus gewarnt. Bei Bild-TV sagte er: "Ich vertraue Julian komplett."

Der Präsident stärkt Nagelsmann betont den Rücken. Dass das nach nur zwei Spielen bereits nötig ist, zeigt aber auch: Ausgerechnet vor dem "Derby" gegen das ÖFB-Team am kommenden Dienstag brennt bei den Deutschen schon wieder der Hut.

Die erfolgreiche EM-Quali Österreichs:

    Die erfolgreiche EM-Quali des ÖFB-Teams in Bildern
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    GEPA

    "Wir dürfen nicht in diesen Flow kommen, dass wir sagen: Alles war schlecht", betonte Neuendorf und forderte: "Wir müssen jetzt Stärken stärken. Wir gefallen uns oft darin, in eine toxische Situation zu kommen, alles schlechtzureden. Alles jetzt infrage zu stellen, macht es schwierig."

    Den Rückschlag nach guten 25 Minuten gegen eine bessere türkische B-Elf nannte Neuendorf "unerklärlich". Das türkische Publikum habe "ganz klar die Oberhand" gehabt im Olympiastadion, bekannte er, aber "das darf uns und die Spieler nicht beeindrucken. Wir bereuen das auch nicht, das ist ein Fußballfest". Ein Stimmungsplus für den Gegner, das erwartet die Deutschen auch im Wiener Prater. Mit Österreich trifft die DFB-Auswahl auf ein Team, das sich souverän für die EURO qualifiziert, am Donnerstag in Estland mit 2:0 gewonnen hat. Eine Niederlage gegen den "kleinen" Nachbarn könnte die Krise wenige Wochen nach dem Rauswurf von Ex-Bundestrainer Hansi Flick neu entflammen.

    Neuendorf bekräftigte erneut die "klare Verabredung", mit Nagelsmann zunächst nur bis zur Heim-EM 2024 zusammenzuarbeiten: "Wir haben sehr intensiv gesprochen, ganz klar gesagt, wo liegt die Priorität? Für uns ist diese EM so zentral, dass wir den Fokus voll darauf richten." Der 62-Jährige ergänzte: "Wir müssen den Blick schärfen auf die nächsten acht Monate. Eine Diskussion loszutreten, ob es mit Julian Nagelsmann (nach der EM) weitergeht, wäre jetzt völlig verkehrt. Nach der EM sehen wir dann, ob es weitergeht."

    Es ist nicht schwer auszudenken, was das ÖFB-Team allerdings mit einem möglichen Sieg so kurz vor dem wichtigen Heim-Event im eigenen Land auslösen würde. Schon die Niederlage gegen die Türkei hat jene Wunden neu aufgerissen, die durch die Nagelsmann-Verpflichtung wie durch ein Pflaster überdeckt wurden. Teamchef Ralf Rangnick, der als Förderer von Nagelsmann gilt, könnte die Unruhe im Team seines ehemaligen Leipzig-Schützlings vervielfachen.

    red
    Akt.
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