Nächste Firmenpleite in Oberösterreich: Über das Vermögen der Hinke Tankbau GmbH aus Vöcklamarkt (Bez. Vöcklabruck) wurde am Dienstag am Landesgericht Wels ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Den Antrag stellte das Unternehmen selbst.
Der 1996 gegründete Betrieb ist auf den Bau von Edelstahlbehältern und Tanks spezialisiert. Zu den Kunden zählen unter anderem Unternehmen aus der Pharmaindustrie, der Lebensmittelbranche, der Chemie und der Halbleitertechnik. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 50 Mitarbeiter.
Als Grund für die Insolvenz nennt die Firma die seit Jahren schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Nachdem die Nachfrage aus der Brauereibranche deutlich zurückgegangen war, verlagerte das Unternehmen seinen Schwerpunkt auf die Pharmaindustrie. Doch auch dort entwickelte sich der Markt zuletzt schwächer als erwartet.
Zusätzlich verschärfte sich die Lage, weil finanzierende Banken bestehende Kreditlinien reduzierten. Dadurch fehlte dem Unternehmen innerhalb kurzer Zeit die notwendige Liquidität. In weiterer Folge konnten die Löhne und Gehälter für Juni 2026 samt Abgaben sowie weitere fällige Verbindlichkeiten nicht mehr bezahlt werden.
Von der Insolvenz sind laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV EUROPA) rund 120 Gläubiger betroffen. Wie hoch die gesamten Schulden sind, wurde bisher nicht bekanntgegeben.
Der Betrieb soll vorerst weiterlaufen. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über laufende Aufträge und führt Gespräche mit möglichen Investoren. Aufgrund der Spezialisierung auf Behälter für die Pharmaindustrie sieht die Firma grundsätzlich Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung.
Den Gläubigern wurde ein Sanierungsplan angeboten. Sie sollen 20 Prozent ihrer Forderungen erhalten, zahlbar innerhalb von 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplans. Als Masseverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Klaus Schiller aus Schwanenstadt bestellt.