Wollte Tochter töten

Tragischer Fall – Mutter (86) gesteht Tötungsabsicht

Eine 86-jährige Salzburgerin steht wegen versuchten Mordes an ihrer schwerbehinderten Tochter vor Gericht. Sie gab die Tat am Montag zu.
Österreich Heute
03.08.2026, 14:51
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Ein tragischer Prozess beschäftigt derzeit das Landesgericht Salzburg: Eine 86-jährige Frau muss sich wegen des Verdachts des versuchten Mordes an ihrer Tochter verantworten. Am Montag gestand die Pensionistin die wesentlichen Vorwürfe.

Laut Anklage soll die Frau ihrer 61-jährigen, schwerstbehinderten Tochter im Oktober eine Überdosis Schlaftabletten gegeben haben. Auch sie selbst nahm die Medikamente in einer potenziell tödlichen Menge ein. Ein Sachverständiger stellte später fest, dass beide Dosen lebensgefährlich gewesen seien.

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Mutter wollte Heimplatz verhindern

Die Angeklagte schilderte vor Gericht die jahrzehntelange Pflege ihrer Tochter. Diese könne weder lesen noch schreiben, erklärte die Frau dem Richter. Als ihr Sohn einen Pflegeplatz für die 61-Jährige gefunden habe, habe die Tochter geweint und ihre Mutter angefleht, nicht in ein Heim übersiedeln zu müssen.

Daraufhin habe die 86-Jährige die Tabletten verabreicht. Sie habe verhindern wollen, dass ihre Tochter in eine Pflegeeinrichtung kommt.

Hingebungsvolle Pflege

Die Staatsanwaltschaft und auch Verteidiger Markus Kobler bezeichneten den Fall als besonders tragisch. Die Tochter sei wegen einer angeborenen Entwicklungsstörung mit schwerer Intelligenzminderung beeinträchtigt, erklärte die Staatsanwältin laut dem ORF.

Der Verteidiger verwies auf die enge Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Die 61-Jährige sei der Mittelpunkt im Leben der Angeklagten gewesen. Die Mutter habe sich über viele Jahre aufopferungsvoll um sie gekümmert.

Urteil wird erwartet

In der Wohnung der Pensionistin wurde laut Staatsanwaltschaft ein Abschiedsbrief gefunden. Darin soll gestanden sein, dass sie keinen Ausweg mehr sehe und nicht mehr könne.

Die Tochter lebt inzwischen in einem Pflegeheim. Vor Gericht sagte die Angeklagte, dass sie dort glücklich sei. Ein Urteil könnte noch am Montag fallen. Dabei spielt auch die Einschätzung psychiatrischer Gutachter eine Rolle.

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