Der Tod von Alexander Manninger erschüttert den österreichischen Fußball. Der 33-fache ÖFB-Teamgoalie wurde nur 48 Jahre alt, kam am Donnerstag gegen 8.30 Uhr in Nußdorf am Haunsberg (Flachgau) bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben
Ein Minivan wurde bei einem nicht technisch gesicherten Bahnübergang von der Salzburger Lokalbahn erfasst, der Lenker im Wrack eingeklemmt. Die Wucht des Aufpralls war so heftig, dass der PKW einige Meter mitgeschleift wurde. Rettungskräfte waren schnell vor Ort, doch der Insasse starb noch an der Unfallstelle.
Zurück bleibt die besondere Geschichte eines Goalies, der wie kaum ein anderer Österreicher den Sprung auf die große internationale Bühne schaffte und dort über zwei Jahrzehnte blieb.
Manningers Weg startete bei Austria Salzburg. Schon früh galt er als großes Talent, musste sich aber zunächst hinten anstellen. Über Vorwärts Steyr und den Grazer AK spielte er sich Mitte der 90er-Jahre ins Rampenlicht.
1997 folgte der große Schritt: Manninger wechselte zum FC Arsenal, schrieb als erster Österreicher überhaupt in die Premier League Geschichte. In London nutzte er seine Chance, als Stammtorhüter David Seaman verletzt ausfiel. Manninger glänzte, wurde sogar zum "Torhüter des Monats" gewählt und holte mit Arsenal das Double aus Meisterschaft und FA Cup.
Doch die Konkurrenz blieb groß, doch so begann eine lange Reise durch Europas Topligen. Nach seiner Zeit bei Arsenal (1997–2002) folgten Stationen bei: AC Florenz (Leihe), Espanyol Barcelona, Torino, Bologna, Brescia, AC Siena.
Zwischen 2005 und 2006 kehrte er nach Österreich zurück und spielte für RB Salzburg, ehe es ihn erneut nach Italien zog. Bei Siena wurde er zur verlässlichen Größe und wählte doch wieder den Schritt zu einem europäischen Spitzenklub und zunächst die Ersatzbank.
2008 unterschrieb Manninger bei Juventus Turin. Dort war er meist Ersatz hinter Goalie-Legende Gianluigi Buffon, blieb aber über Jahre Teil des Teams. Bei Juve gewann der ÖFB-Legionär 2011/12 den Meistertitel in der Serie A.
Es war bezeichnend für seine Karriere: selten im Rampenlicht, aber immer auf höchstem Niveau gefragt. Nach einer kurzen Phase ohne Klub folgte 2012 ein neues Kapitel:
Beim FC Augsburg wurde er erneut wichtig, half dem Verein mehrfach im Abstiegskampf und blieb bis 2016. Seine letzte Station führte ihn noch einmal ganz nach oben und auf die Insel.
2016 holte Jürgen Klopp den Routinier zum FC Liverpool. Als erfahrener Backup-Goalie brachte er Stabilität in den Kader. Ein Jahr später, 2017, beendete Manninger seine Karriere. Fast 20 Jahre nach seinem Wechsel zu Arsenal.
Manninger stand bei insgesamt 14 Klubs unter Vertrag, spielte in England, Italien, Deutschland und Spanien und damit in allen großen europäischen Ligen. Für das ÖFB-Team absolvierte er 33 Länderspiele.
Auffällig war dabei nicht nur seine sportliche Qualität, sondern auch seine Haltung. Manninger war nie ein Lautsprecher, suchte selten die Öffentlichkeit und blieb auch nach seiner Karriere bewusst im Hintergrund.