Tonda Eckert hat turbulente Monate hinter sich. Der frühere Co-Trainer von Marco Rose in der Red-Bull-Akademie geriet vergangene Saison in England ins Zentrum des sogenannten "Spionage Gate" – und bezahlte dafür einen hohen Preis.
Der Deutsche hatte als Cheftrainer von Southampton vor dem Play-off-Halbfinale den Gegner Middlesbrough beobachten lassen. Die Konsequenzen waren drastisch: Der 2:1-Sieg wurde aberkannt, Southampton schied aus und startet mit vier Minuspunkten in die neue Saison.
Im Gespräch mit dem "kicker" übernimmt Eckert die volle Schuld. "Ich habe es autorisiert, deshalb liegt die Gesamtverantwortung bei mir. Die Entscheidung war falsch und hatte riesige Folgen für Spieler, Fans und den Verein."
Damit aber nicht genug: Nach dem Skandal schlug dem 44-Jährigen eine massive Hasswelle entgegen. Besonders die Morddrohungen hätten ihn schwer getroffen.
"Das konnte nicht mehr ohne Polizei ablaufen", erzählt Eckert. Aus Sicherheitsgründen sei ihm sogar geraten worden, nicht mehr selbst Auto zu fahren, sondern auf dem Rücksitz Platz zu nehmen.
Auch psychisch hinterließ die Affäre Spuren. "Es gab ein permanentes Gedankenkarussell", sagt der ehemalige Salzburg-Nachwuchscoach über die Zeit nach dem Skandal.
Trotz der heftigen Kritik stellte sich Southampton hinter seinen Trainer. "Dieses Bekenntnis kam von der Klubführung, den Mitarbeitern und den Spielern. Das hat mir enorm viel bedeutet", erklärt Eckert.