Transmann verprügelt: "Sie drohten uns mit Umbringen"

Felix wurde attackiert und landete im Spital.
Felix wurde attackiert und landete im Spital.picturedesk/privat
Transgender Felix (18) wurde Opfer einer brutalen Attacke. "Ich lag zwei Tage im Spital", berichtet der junge Mann gegenüber "Heute".

Weil sie Teil der LGBTIQ-Community sind, soll vergangenen Freitag eine Gruppe von Jugendlichen attackiert worden sein – "Heute" berichtete. Nun spricht eines der Opfer. "Es war in Bregenz gegen 19 Uhr als meine Freunde und ich unterwegs waren und ein lautes Rufen hörten", erzählt der 18-jährige Felix im Gespräch mit "Heute". Laut dem Vorarlberger kam eine Gruppe von Jugendlichen auf ihn und seine Freunde zu. "Sie machten sich über mein Aussehen lustig." 

Der Versuch die Angreifer zu ignorieren scheiterte laut Felix. "Sie fingen an uns zu verfolgen und fragten, ob ich ein Junge oder Mädchen sei. Ich habe natürlich mit 'Ich bin ein Junge' geantwortet", so der Transmann, der sich vor vier Jahren outete. "Daraufhin lachten sie und begannen uns zu beleidigen und als ich sie bat Abstand zu nehmen und uns in Ruhe zu lassen, passierte genau das Gegenteil. Sie fingen an mich zu schubsen."

Felix und seine Freunde versuchten zu flüchten, jedoch vergeblich. Unter einer Brücke bei der Bregenzer Ach eskalierte die Situation. "Da waren plötzlich 15 bis 20 Jugendliche. Sie beleidigten uns und drohten uns mit dem Umbringen." Doch es blieb nicht nur bei den verbalen Angriffen. "Sie schlugen auf meinen Freund Max ein, der auch trans ist. Ich rannte sofort zu ihm, um ihm zu helfen und kassierte dann auch einige Schläge und Tritte in den Bauch. Dann versuchten sie uns von der Brücke zu werfen."

"Ich verbrachte zwei Tage im Krankenhaus da ich eine Gehirnerschütterung und starke Schmerzen im Bauch hatte und Max kam auch mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus."

Ermittlungen in vollem Gange

Schließlich rückte die Polizei an. "Eine Kollegin, die auch dabei war, hatte die Polizei gerufen. Die waren zum Glück schnell da." Felix und sein Freund Max (13) mussten beide ins Spital gebracht werden. "Ich verbrachte zwei Tage im Krankenhaus da ich eine Gehirnerschütterung und starke Schmerzen im Bauch hatte. Max kam auch mit einer Gehirnerschütterung ins Spital."

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Beide Opfer wurden von den Beamten einvernommen. Die Ermittlungen sind laut der Polizeiinspektion Bregenz in vollem Gange. Die Beteiligten werden bei der Staatsanwaltschaft und Bezirkshauptmannschaft angezeigt. "Was mich sehr verletzt hatte war, dass einer der Polizisten meinte, wir sollen unsere Sexualität nicht so zeigen. Ich hatte einfach nur eine von mir bemalte Jacke und ein schwarzes Kleid an und ein etwas auffälliges Make-Up."

Politik verurteilt LGBTIQ-feindlichen Angriff

Für den Vorarlberger ist es nicht das erste Mal, dass er Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt ist. "Am selben Tag wurde ich von anderen Jugendlichen beim Hohenemser Bahnhof beleidigt. Ich hoffe, dass es eines Tages normal sein wird sich so anzuziehen wie man will und die Personen zu lieben die man liebt. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, doch das ist es nicht."

In einer Aussendung verurteilte der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Mario Lindner die Attacke. "Dieser tragische Vorfall reiht sich in eine Reihe neuer LGBTIQ-Feindlichkeit, die wir seit Monaten in ganz Österreich erleben." Weiters erwartet sich Lindner, der auch Vorsitzender der sozialdemokratischen LGBTIQ-Organisation SoHo Österreich ist, dass der oder die Täter ausgeforscht und "nach der Härte des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen werden."

Auch der Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch und die Vize-Bürgermeisterin Sandra Schoch verurteilten die Gewalttaten scharf. "Ich bin darüber sehr erschüttert und distanziere mich ganz klar gegen jegliche Angriffe dieser Art auf Menschen in Bregenz", so Schoch auf Facebook.

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