Fussball

"Zweikämpfe kann man nicht simulieren"

Gernot Trauner, Österreichs bester Liga-Verteidiger, im "Heute"-Talk.
Sebastian Klein
11.05.2020, 08:00

Mit sechs Punkten Vorsprung auf Meister Salzburg beendete der LASK den Grunddurchgang. Aktuell ist wegen der Corona-Krise Warten angesagt. Die Klubs hoffen auf den Re-Start Ende Mai.

Mit nur 20 Gegentoren stellt der Tabellenführer die beste Defensive der Bundesliga. Garant dafür: Gernot Trauner!

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Der 28-Jährige gewinnt die meisten Zweikämpfe (am Boden und in der Luft), er fängt die meisten Bälle ab und er spielt am öftesten zu Null. Um wieder "matchfit" zu werden, sehnt Trauner das Mannschaftstraining herbei.

"Die erste Woche mit dem Ball sah das komisch aus. Bei langen Bällen und Kopfbällen verschätzt man sich schnell. Dann war auch noch ein starker Wind. Man kommt nur langsam wieder rein", meint er im "Heute"-Gespräch über die derzeitigen Einheiten in Kleingruppen. Der LASK trainiert in Gruppen mit bis zu fünf Personen. Die An- und Abreise erfolgt möglichst schnell, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Der von der Regierung vorgegebene Abstand wird auf dem Feld eingehalten.

„"Man kann nicht einfach sagen: 'In einer Woche steht ihr auf dem Platz.'" - Gernot Trauner über den Re-Start der Bundesliga.“

"Man kann es nicht mit einem normalen Training vergleichen. Es ist ein bisschen eintönig. Immerhin macht man etwas mit dem Ball. Aber Zweikämpfe kann man nicht simulieren. Mannschaftstraining wird dann noch einmal etwas ganz anderes. Es gibt viel mehr Richtungswechsel. Die gibt es jetzt auch, aber nicht so explosiv. Es ist eine ganz andere Belastung für die Gelenke, Muskeln, Bänder. Die Verletzungsgefahr wird größer."

Daher hofft Trauner, dass bis zum möglichen Liga-Neustart die Zeitspanne nicht zu kurz ist. "Man kann nicht einfach sagen: 'In einer Woche steht ihr auf dem Platz.' In Deutschland scheinen sie es jetzt zwar so zu machen, aber ich kann mir schwer vorstellen, wie das gehen soll." Sind Stürmer jetzt im Vorteil? "Nein", sagt Trauner, "die müssen ja genauso in Zweikämpfe gehen. Es ist für alle gleich blöd, sage ich einmal."

Trauner über seine Zukunft

Der Abwehrchef der Linzer gilt seit Jahren als Top-Verteidiger der Liga. Ob er mit 28 noch einen Auslands-Transfer anstrebt? “Ich habe immer gesagt: Planen ist im Fußball schwierig. Nur wenn etwas wirklich Überragendes kommt, das mich auf eine neue Stufe hebt, würde ich überhaupt überlegen. Ich bin froh, dass ich einen langfristigen Vertrag beim LASK habe. Das bringt mir und der Familie Sicherheit, immerhin habe ich eine Verantwortung. Gerade jetzt ist auch der Fußball betroffen – ich glaube ohnehin nicht, dass da große Sprünge möglich sind.”

Die Europameisterschaft wurde um ein Jahr auf Sommer 2021 verschoben. Ein Vor- oder ein Nachteil? “Ich war nur ein Mal beim Nationalteam dabei und das ist auch schon länger her. Darum beschäftige ich mich damit nicht wirklich. Ich versuche einfach meine Leistung zu bringen und das gelingt mir in den letzten Jahren gut. Ich bin in meiner stärksten Phase.”