Frauenpower bei Blaulichtorganisation: Seit 1991 dürfen Frauen als Polizistinnen für Sicherheit in Österreich sorgen. Der Beruf ist jedoch nach wie vor mit Vorurteilen verbunden – vor allem was weibliche Beamtinnen angeht. Doch die Wiener Polizei will mit den Klischees aufräumen und veranstaltete am 9. März, einen Tag nach dem Weltfrauentag, den "Recruitingday – Women‘s Edition". In einer spannenden Diskussionsrunde, moderiert von Polizeipressesprecherin Anna Gutt, konnten sich Frauen über den Alltag als Polizistin informieren.
Von einer angehenden Offizierin bis zu Beamtinnen aus der Hundestaffel waren die vielschichtigen Facetten des Berufs gut vertreten. Mittlerweile liegt der Anteil an Frauen bei 25-26 Prozent, unter den Schülern sind es sogar 38 Prozent. Die Zahlen sind jedoch steigend, vor allem in den Führungspositionen. Eines wird gleich vorab klargestellt: Bei der Polizei wird man nicht am Geschlecht gemessen, sondern an der Qualität der Arbeit.
Auch das Vorurteil, dass bei Frauen die Körperkraft nicht reicht, wird schnell widerlegt. "Am Ende sitzen wir immer am längeren Hebel", erklärt eine Polizistin. Grundsätzlich sind sich die Beamtinnen einig, dass es keine negativen Erfahrungen gibt. Manchmal sorgt es zwar schon für Überraschung, wenn zwei Beamtinnen auftauchen, aber nach der Amtshandlung gibt es nur positives Feedback.
Auch mit dabei: Karin, die seit 1992 bei der Polizei und Zuschauern aus Wachzimmer Ottakring bekannt ist. "Als ich eingetreten bin, waren Frauen noch etwas ganz Neues. Damals gab es die Uniform nur in Männergrößen", erklärt sie den Anwesenden. Sie beweist, wie viele andere Kolleginnen, dass Frauen gerade in einer männerdominierten Branche, ihren Platz trotz Hindernisse gefunden haben. "Ihr habt die Vorarbeit geleistet und für uns den Weg geebnet", gibt eine Kollegin anerkennend zu.
Natürlich gab es für die Besucherinnen abschließend auch Tipps und Ratschläge. "Traut euch! Seid mutig und vor allem hartnäckig bleiben!" Ob angehende Polizistin oder nicht – diese Worte kann sich vermutlich jede junge Frau zu Herzen nehmen. Klar ist, dass die Diskussion auf jeden Fall für Begeisterung unter den jungen Damen gesorgt hat. Wer weiß: Vielleicht kann sich die österreichische Polizei bald über weiblichen Neuzugang freuen.