Triple-Grippewelle rollt jetzt auf Österreich zu

Infektionskrankheiten halten die Spitäler in Atem.
Infektionskrankheiten halten die Spitäler in Atem.Bild: Reuters
Nach zwei Jahren, in denen Corona-Maßnahmen die Infektionen bremsten, schwappt die Welle zurück. Vor allem die Jüngsten leiden.

Die Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus – Maskenpflicht, Social Distancing, Lockdowns etc. – hatten einen Nebeneffekt: In den letzten beiden Jahren kam es auch zu einem Rückgang von Grippeerkrankungen. Die im Herbst und Winter üblichen Grippewellen blieben weitgehend aus. Nun droht allerdings mit dem Ende der meisten Beschränkungen erneut eine, diesmal besonders heftige, Viruswelle.

Drei Krankheitswellen im Anmarsch

Experten sprechen von einer Triple-Welle, die nun auf Österreich zurollt. Gemeint sind das Corona-Virus, die Influenza, sowie das sogenannte Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV. Letzteres löst bei Erwachsenen meist nur einen Schnupfen aus, kann für Säuglinge oder Menschen mit schwachem Immunsystem aber sogar tödlich sein.

Schon jetzt stehen in vielen Spitälern die Kinderstationen kurz vor der Überlastung: So liegen etwa im Kepler Universitätsklinikum in Linz (OÖ) bereits 20 junge RSV-Patienten. Im Wiener Donauspital sind 27 Betten mit erkrankten Babys belegt.

Vor allem Babys gefährdet

"Es handelt sich um eine Atemwegserkrankung, die für Kinder unter einem Jahr besonders gefährlich sein kann", erklärt Herbert Kurz, Leiter der Kinder- und Jugendheilkunde in der Klinik Donaustadt. Während infizierte Erwachsene nur ein paar Tage an Erkältungssymptomen leiden, ist das Virus für Kinder und Babys erheblich gefährlicher: sie müssen oft stationär im Spital aufgenommen werden.

"Die RS-Viren treten üblicherweise in der kalten Jahreszeit auf. Maßnahmen gegen die Pandemie haben das Muster des Auftretens anderer Viren aber verändert. Während im ersten Jahr der Pandemie die RSV-Welle gänzlich ausfiel, kam sie 2021 früher als sonst schon im September, und heuer zeigt sich eine außergewöhnlich starke Welle", informiert der Mediziner.

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