"Reise war purer Stress"

Trotz Reservierung! Kein Sitzplatz für ÖBB-Fahrgäste

Eine Damenrunde hatte ihre Plätze im ÖBB-Interregio reserviert. Weil aber die Reservierungsanzeigen fehlten, waren die Sitze bereits besetzt.
André Wilding
01.08.2026, 22:45
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Eigentlich sollte die Zugfahrt nach Kitzbühel entspannt beginnen. Doch für neun Tennisspielerinnen aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag wurde der Ausflug zur Nervenprobe. Obwohl die Gruppe ihre Sitzplätze vorab reserviert hatte, waren diese bei der Abfahrt bereits besetzt.

Grund dafür war das Fehlen der Reservierungsanzeigen in den Waggons des Interregio-Zuges. "Die Anzeige der Reservierungen fehlte in allen Waggons", schilderte ein Mitglied der Tennisrunde aus Kindberg gegenüber der "Kleinen Zeitung".

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"Die Reise war dadurch Stress pur"

Die Situation sorgte für unangenehme Diskussionen mit anderen Fahrgästen. Schließlich konnten diese nicht erkennen, dass die Plätze reserviert waren.

"Natürlich sitzen Leute auf den Plätzen, weil man nicht weiß, dass sie reserviert sind", zeigt die Steirerin in der Tageszeitung Verständnis für die anderen Fahrgäste. "Da muss man dann ein schlechtes Gewissen haben, wenn man ältere Menschen bittet, den Platz zu verlassen."

Auch das Verstauen des Gepäcks sei schwierig gewesen. "In die Fächer über den Sitzen kann man sie nicht stemmen", erklärt sie gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Auf der Rückfahrt wiederholte sich das Problem. Erneut fehlten die Reservierungsanzeigen, die reservierten Plätze waren besetzt. "Die Reise war dadurch Stress pur."

ÖBB erklären das System

Die ÖBB bedauern den Vorfall. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass Interregio-Züge grundsätzlich nicht über elektronische Reservierungsanzeigen verfügen. Stattdessen seien die Plätze mit dem Hinweis "gegebenenfalls reserviert" gekennzeichnet, heißt es in dem Bericht der Tageszeitung.

Wer einen reservierten Sitzplatz gebucht hat, kann diesen laut ÖBB auch in Anspruch nehmen. Bei Unklarheiten soll das Zugpersonal unterstützen. Doppelreservierungen seien technisch grundsätzlich ausgeschlossen. Sollte es dennoch dazu kommen, werde ein Ersatzsitzplatz organisiert.

Ab 2028 sollen auf den Interregio-Strecken schrittweise neue "Railjet M"-Züge eingesetzt werden. Diese verfügen wieder über die gewohnten digitalen Reservierungsanzeigen. Bis die neuen Züge unterwegs sind, bleibt Fahrgästen mit Reservierung im Interregio im Zweifel nur eines: auf ihren bezahlten Sitzplatz zu bestehen.

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