Für zahlreiche Urlauber wurde die Heimreise von der Adria am Sonntag zur Geduldsprobe. Am Bahnhof im norditalienischen Udine kam es laut "Kleine Zeitung" bei einem Railjet Richtung Österreich zu tumultartigen Szenen, nachdem deutlich mehr Fahrgäste einsteigen wollten als Plätze vorhanden waren.
Der Zug hätte planmäßig um 15.59 Uhr abfahren sollen. Schon vor der Ankunft des Railjets war der Bahnsteig laut einer Reisenden stark überfüllt. Als der Zug einfuhr, verschärfte sich die Situation zusätzlich.
"In Udine war der Bahnsteig schon extrem voll und als der Zug dann pünktlich kam, herrschte ziemliches Chaos, weil die reservierten Sitzplätze nicht angeschrieben waren", erzählt eine betroffene Reisende, die anonym bleiben möchte, gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Über Lautsprecher wurden die Passagiere anschließend mehrfach aufgefordert, den Zug zu verlassen, sofern sie keine Sitzplatzreservierung hatten. Das sorgte jedoch für Unmut unter vielen Reisenden.
"Aber das haben viele nicht akzeptieren wollen, weil sie ja ein gültiges Ticket für genau diesen Zug hatten", sagt die Augenzeugin der Tageszeitung. Weil die Lage zunehmend unübersichtlich wurde, rückte schließlich die Polizei an. Laut der Reisenden versuchten die Beamten, Fahrgäste aus dem überfüllten Zug zu bringen.
"Irgendwann sind dann Polizisten gekommen und haben versucht, Leute aus dem Zug zu werfen, was ihnen aber auch nur teilweise gelungen ist", erzählt die Frau gegenüber der "Kleinen Zeitung". Viele Fahrgäste standen unter Zeitdruck, weil sie Anschlussverbindungen erreichen mussten. Die Stimmung sei dementsprechend angespannt gewesen.
Am Ende setzte sich der Railjet laut der Reisenden mit rund einer Stunde Verspätung in Bewegung. Voll besetzt war der Zug allerdings weiterhin: "Letztendlich sind wir dann mit einer Stunde Verspätung gefahren, aber immer noch überbesetzt."
Nach Angaben einer Zugbegleiterin habe der Railjet Platz für 440 Fahrgäste. Beim Losfahren sollen sich rund 600 Personen an Bord befunden haben, während angeblich sogar rund 800 Reisende mitfahren wollten. Eine offizielle Bestätigung dieser Zahlen liegt nicht vor.