Tiefe Trauer im Osttiroler Ort Dölsach im Bezirk Lienz: Wie am Freitag bekannt wurde, starb der international bekannte Unternehmer Walter Pondorfer (64) gemeinsam mit zwei Freunden und einem Piloten (Geburtsjahre 1968, 1978 und 1986) bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Medulin (Kroatien).
Pondorfer war Gründer und Geschäftsführer der international tätigen Firma Funtime, die sich mit innovativen Fahrgeschäften wie den Free-Fall-Türmen einen weltweiten Ruf erarbeitet hat – auch im Prater sind seine Fahrgeschäfte in Betrieb.
Auch in der rund 2.300 Einwohner-Gemeinde Dölsach waren der 64-Jährige und eines der Opfer, ein befreundeter Unternehmer, überall bekannt: "Die beiden Unternehmer waren in der Gemeinde stark verwurzelt. Sie waren beide begnadete Techniker und hinterlassen im Ort eine große Lücke. Unsere Anteilnahme gilt den Familien der beiden", meint Bürgermeister Martin Mayerl zu "Heute".
Die Maschine, eine Beech G36 Bonanza, startete am Donnerstag um Punkt 10.21 Uhr vom Flugplatz Lienz/Nikolsdorf aus: "Der Start war wie immer – entgegen anderer Meldungen hatte der Pilot übrigens einen Flugplan. Pondorfer saß vorne neben dem Piloten", berichtet die Betriebsleiterin.
Der Pilot – ein Angestellter aus Pondorfers Unternehmen – war sehr erfahren: "Sie sind öfter nach Medulin runtergeflogen, Herr Pondorfer hat dort ein Boot stehen." Bisher habe es mit der Maschine nie einen Vorfall gegeben, über die Ursache des Absturzes kann die Betriebsleiterin nur spekulieren: "Fix ist, dass die Maschine erst vor kurzem in der Werft war."
Das Unglück hatte sich um 11.20 Uhr, etwa zwei bis drei Kilometer südwestlich des Sportflugplatzes in Medulin, ereignet. Wie ein Augenzeuge berichtet, sei das 2015 gebaute und in Deutschland registrierte einmotorige Kleinflugzeug bis zu einer Höhe von etwa 300 Metern normal geflogen. Dann sei es plötzlich ins Trudeln geraten. Der Pilot hatte noch versucht, die Maschine horizontal abzufangen, doch sie stürzte auf einen Hügel hinter einem Wald zu.
Die genaue Absturzursache wird nun untersucht, auch die Verstorbenen werden obduziert. Staatsanwaltschaft, Polizei und die Agentur zur Untersuchung von Unfällen im Luft-, See- und Schienenverkehr (AIN) haben Ermittlungen aufgenommen. Nach Abschluss der Sicherheitsuntersuchung wird ein Bericht online veröffentlicht.
Die Firma Funtime wurde Anfang der 1990er-Jahre von Pondorfer gegründet und ist vor allem für seine beeindruckenden Free-Fall-Türme bekannt. Der mehr als 100 Meter hohe Free-Fall-Tower im Wiener Prater stammt ebenso aus seiner Feder wie zahlreiche Anlagen in den USA, Großbritannien, Saudi-Arabien und Dubai. Die Pondorfer-Fahrgeschäfte im Prater stellten am Donnerstag kurzfristig ihren Betrieb ein, sollen aber am Freitagnachmittag laut einer Pressesprecherin wieder starten.
Parallel zum Unglück läuft für Funtime in den USA ein millionenschwerer Rechtsstreit. Im März 2022 stürzte im Icon Park in Orlando ein 14-jähriger Jugendlicher aus einem Free-Fall-Turm des Herstellers ab und kam ums Leben. Ermittlungen ergaben, dass der Sitz nachträglich verändert worden war, wodurch größere Fahrgäste mehr Bewegungsfreiheit hatten. Eine Jury sprach der Familie des Opfers 310 Millionen Dollar Schadenersatz zu.
Funtime wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass die Anlage ordnungsgemäß konstruiert, geprüft und ausgeliefert worden sei. Nach Ansicht des Unternehmens waren nachträgliche Veränderungen sowie der Betrieb vor Ort für das tragische Unglück verantwortlich. Der Fall gilt als einer der aufsehenerregendsten Freizeitpark-Prozesse in den USA.