Nach dem folgenschweren Behandlungsfehler am Kepler Universitätsklinikum Linz ist eine außergerichtliche Einigung vorerst gescheitert. Die Frau, der nach einer falschen Krebsdiagnose die Gebärmutter entfernt worden war, und die Klinik konnten sich nicht auf einen Vergleich verständigen.
Wie das Ö1-Mittagsjournal berichtet, wurden der Betroffenen 70.000 Euro angeboten. Ihr Anwalt Rainer Hable hält die Angelegenheit damit jedoch nicht für abgeschlossen.
Aus seiner Sicht seien mögliche Langzeitfolgen derzeit noch gar nicht abschätzbar. "Vielleicht Schäden, die heute noch gar nicht abschätzbar sind, die ganzen gesundheitlichen Folgeschäden, die vielleicht ein ganzes Leben lang dauern, das kann man jetzt gar nicht beziffern", sagte Hable.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung laufen unterdessen weiter.
Das Kepler Universitätsklinikum verwies darauf, dass die angebotene Summe auch nach Einschätzung der Patientenanwaltschaft angemessen sei. Zudem habe es laut Klinik im Zuge der Gespräche keine konkreten Forderungen der Frau gegeben, auf die man hätte eingehen können.
Der Anwalt der Betroffenen weist diese Darstellung zurück und spricht von einem Ablenkungsmanöver. Gleichzeitig kritisiert er, dass die Klinik bis heute kein Fehlverhalten eingeräumt habe.
Bereits nach Bekanntwerden des Falls hatte das Uniklinikum erklärt, dass aus seiner Sicht weder ein medizinischer noch ein rechtlicher Fehler vorliege. Als Ursache wurde damals eine außergewöhnlich seltene Verunreinigung der Gewebeprobe genannt.
Bei der Probe sei es "zu einer äußerst seltenen pathologischen Komplikation" gekommen, die selbst "bei sorgfältigsten Abläufen unter strengsten Qualitätsstandards nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden" könne, hieß es von der Klinik.
Gegenüber Ö1 erklärte das KUK nun, dass die Schulungen am Institut für klinische Pathologie nach dem Vorfall intensiviert worden seien. Gleichzeitig betonte die Klinik: "Dessen ungeachtet können Kontaminationen nach der übereinstimmenden Einschätzung aller Experten auch in Zukunft nicht gänzlich ausgeschlossen werden."
Der Fall hatte österreichweit für Aufsehen gesorgt, nachdem einer gesunden Frau aufgrund einer falschen Krebsdiagnose die Gebärmutter entfernt worden war. Eine außergerichtliche Lösung scheint nun vorerst in weite Ferne gerückt.