Der Fall der jungen Frau, der nach einer falschen Krebsdiagnose am Linzer Kepler Klinikum die gesunde Gebärmutter entfernt wurde, sorgt weiter für Wirbel. Jetzt gibt es ein rechtliches Nachspiel: Der Anwalt einer betroffenen Patientin, Rainer Hable, erstattete Anzeige gegen "unbekannte Entscheidungsträger" im Spital und bei der OÖ-Gesundheitsholding.
Und zwar wegen Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Geschützte Patientendaten sollen an eine oberösterreichische Zeitung weitergegeben worden sein.
Konkret handelt es sich laut dem Juristen um höchst sensible Informationen. "Es geht um den Gesundheitszustand, es geht um die Diagnose, es geht um die Fehldiagnose, es geht um die Behandlung. All das sind Dinge, die aus der vertraulichen Patientenakte meiner Mandantin stammen", so Hable gegenüber dem ORF.
Das Kepler Klinikum weist die Vorwürfe zurück. Man habe zahlreiche Medienanfragen beantwortet – jedoch "ohne konkrete Bezugnahme auf die Identität der Patientin". Für den Anwalt ist die Sache dennoch eindeutig: "Nachdem wir mit diesem Regionalmedium nicht gesprochen haben, kann die Information nur aus der Uniklinik und der Gesundheitsfolge gekommen sein."
Die Staatsanwaltschaft Linz bestätigte dem ORF den Eingang der Anzeige. Der Akt wird derzeit geprüft, kommende Woche sollen weitere Informationen folgen. Zusätzliche Anzeigen gegen das Krankenhaus sind derzeit nicht eingebracht – könnten laut Anwalt aber folgen. Etwa wegen schwerer Körperverletzung, weil der Frau eine gesunde Gebärmutter entfernt worden ist.