Es war doch kein Krebs

"Fehldiagnose" – Gesunder Frau wird Lunge entfernt

Die Frau leidet seit einem Jahr konstant körperlich und psychisch. Es begann mit einem Krankenstand und führte zu einer Krebs-OP.
05.02.2026, 07:39
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Nur wenige Tage nachdem ein Fall in Linz bekannt wurde –einer gesunden Frau wurde die Gebärmutter entfernt – schockiert der nächste Vorfall. Schauplatz ist diesmal Graz – "Heute" berichtete.

Es ist Mitte September 2024, als die 48-Jährige – sie will anonym bleiben – sich bei ihrem Arbeitgeber krankmeldet. Sie ist schwach, hat Fieber und Schüttelfrost. Als das Fieber nachlässt, geht sie zu ihrem Hausarzt, der sie wegen der Kopfschmerzen in das LKH Graz in die Neurologie überweist, als erstes berichtete ServusTV über diesen Fall.

Eine Computertomografie (CT) und ein Bluttest werden durchgeführt. Es zeigen sich hohe Entzündungswerte. Sofort wird am Institut für Radiologie ein Röntgen des Brustkorbs veranlasst. Es folgt der dringende Verdacht auf einen Tumor im Bereich der Lunge, sofort wurde die Frau stationär aufgenommen.

Tumorzellen waren angeblich erkennbar

Nach weiteren Untersuchungen kommt eine Woche später ein Befund der Bronchoskopie (Untersuchung der Atemwege), "aus welchem hervorgeht, dass solide und glandulär angeordnete Tumorzellen erkennbar waren", wird die Patientin informiert, die von Anwältin Karin Prutsch-Lang vertreten wird. Eine OP zur Entfernung des bösartigen Tumors wird der Frau empfohlen.

Es folgen bange Tage, weitere Untersuchungen (PET-CT) werden ausgemacht, die am 10. Oktober besprochen werden. Erneut heißt es, es handelt sich um ein Karzinom, ein bösartiger Tumor. Sollte bald operiert werden, so die Ärzte, wäre eine Chemotherapie nicht erforderlich.

Privatspital hat früher Termin frei

Die 48-Jährige ist am Ende, am LKH müsste sie bis zu acht Wochen auf einen OP-Termin warten. Sie wendet sich an die Privatklinik Ragnitz, wo sie am 22. Oktober operiert wird.

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Der Schock kommt vier Tage später bei der Entlassung. Im Befund steht, es gäbe keinen Nachweis eines "malignen Tumorgewebes" und keine Tumorzellen. Es zeigte sich laut Anwältin Karin Prutsch-Lang klar, "dass es sich offensichtlich um eine präoperative Fehldiagnose handelte."

Die Klägerin ist erschüttert: Ihr wurde offenbar fälschlicherweise lebensbedrohlicher Lungenkrebs diagnostiziert. "Derzeit werden die pathologischen Befunde erneut überprüft, was bei der Klägerin berechtigte Sorgen hinsichtlich einer möglichen weiteren Fehldiagnose aufwirft", so Prutsch-Lang.

Der Horror kennt kein Ende für die Frau: Die Patientin leidet seitdem an einem Taubheitsgefühl, das von ihrer Brust (17-cm-Narbe) bis zur Achsel reicht. "Die Berührung dieses Bereichs verursacht ein stark unangenehmes Gefühl. Die Klägerin wird derzeit von einer Physiotherapeutin behandelt."

Weiters zeigt sie psychische Leiden, ist seit dem Eingriff schnell überfordert, stark lärmempfindlich und hat Konzentrationsschwächen. Seit der "Fehldiagnose Lungenkrebs am 26.09.2024 weist die Klägerin auch Schlafstörungen auf. Sie ist von Ängsten geplagt und benötigt seitdem eine erhebliche Unterstützung im Alltag", heißt es in der Klagschrift, die "Heute" vorliegt.

Frau nahm bereits von Familie Abschied

Besonders schlimm: "Unmittelbar nach der Diagnose litt die Klägerin an Angst vor dem Tod sowie davor, ihre Kinder nicht mehr begleiten und aufwachen sehen zu können und ihren Mann mit der Verantwortung alleine zu lassen. Aufgrund der emotionalen Belastung dieser Situation – insbesondere vor dem Tod – verfasste die Klägerin bereits Abschiedsbriefe an ihre Familienmitglieder."

"Heute" hat bei der KAGeS, dem Betreiber des LKH Graz, angefragt. Die Antwort: "Bei Ihrer Anfrage handelt es sich um fachliche Fragen, welche nur auf Sachverständigenebene beantwortet werden können; das Gericht wird den komplexen Sachverhalt klären. Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund des laufenden Verfahrens aktuell seitens der KAGes keine Stellungnahme abgegeben werden kann."

{title && {title} } POM,ct, {title && {title} } Akt. 05.02.2026, 08:37, 05.02.2026, 07:39
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