Doskozil prescht vor

Gesundheitsreform: AKH soll Bundes-Spital werden

Burgenland-Chef Doskozil schlägt Bündelung hochspezialisierter Medizin in Bundesspitälern vor. Regionale Versorgung sollte bei Ländern bleiben.
Angela Sellner
01.06.2026, 14:08
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Diskussion um Österreichs Gesundheitssystem spitzt sich zu. Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) prescht jetzt mit konkreten Reformvorschlägen vor.

Warnung vor Leistungsabbau

In einem offenen Brief an Bund, Länder und zuständige Entscheidungsträger stellt Doskozil klar: Die Versorgung in den Regionen dürfe nicht geschwächt werden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Scharfe Kritik übt Doskozil an aktuellen Vorschlägen zu einer Zentralisierung des Gesundheitswesens: "Das ist nicht der richtige Weg und würde am Ende auf Leistungsabbau hinauslaufen."

Für das Burgenland hätte das konkrete Folgen: keine Herzchirurgie, keine Neurochirurgie, keine neue Klinik Gols und keine weiteren Ausbau- und Zukunftsprojekte an Klinikstandorten wie Eisenstadt oder Oberpullendorf.

Spezialmedizin zum Bund

Doskozil fordert vielmehr eine klare Aufgabenteilung. "Hochspezialisierte und hochkomplexe Leistungen" sollen künftig in einigen als reine Bundesspitäler geführten Universitätskliniken gebündelt werden. Das betreffe insbesondere große Einrichtungen wie das AKH Wien, das Uniklinikum Graz, das Kepler Universitätsklinikum Linz. Auch Heeresspitäler und Häuser der AUVA nennt Doskozil in diesem Zusammenhang.

„Hochspezialisierte und hochkomplexe Leistungen sollten künftig in einigen als reine Bundesspitäler geführten Universitätskliniken gebündelt werden. Das betrifft insbesondere große Einrichtungen wie das AKH Wien.“
Hans Peter DoskozilLandeshauptmann Burgenland (SPÖ)

Bei der normalen Versorgung zieht das Burgenland aber eine klare rote Linie. "Die Verantwortung für die übrigen Spitäler und damit für die regionale Versorgung muss hingegen bei den Ländern bleiben", heißt es in dem Schreiben.

"Geldfluss muss Leistungsangebot folgen"

Hinsichtlich der Finanzierung erklärt der burgenländische Landeshauptmann: "Wenn der Bund die hochspezialisierte Versorgung übernimmt und die Länder die regionale Versorgung sicherstellen, muss der Geldfluss dem Leistungsangebot folgen."

Nur so entstünden die richtigen Anreize für notwendige Investitionen und Weiterentwicklungen:  "Wer in sein Gesundheitssystem investiert, soll belohnt werden und nicht neuen Hindernissen gegenüberstehen."

Faire Finanzierung

Mit dem Österreichischen Strukturplan Gesundheit existiere dazu bereits ein Instrument, das eine gesamtstaatliche Steuerung vorsieht und auch die nötige Flexibilität gewährleistet. Länder, die zusätzliche Leistungen anbieten wollen, so wie das Burgenland die Herzchirurgie, sollen das tun können, sofern sie die Kosten tragen.

Doskozil fordert den Bund auf, den Fokus auf eine langfristig faire und nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems bei gleichzeitiger Qualitätsgarantie zu legen – statt auf Kompetenzverschiebungen und Zentralisierung.

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 01.06.2026, 16:01, 01.06.2026, 14:08
Jetzt E-Paper lesen