Sein Absturz könnte kaum tiefer sein: Andrew Mountbatten-Windsor verlor nach dem Skandal rund um seine Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seine royalen Titel und spielt im öffentlichen Leben der britischen Königsfamilie keine Rolle mehr. Doch für seinen Tod soll offenbar weiterhin wie für einen Royal geplant werden.
Wie die "Mail on Sunday" unter Berufung auf hochrangige Regierungsquellen berichtet, steht der 66-Jährige noch immer auf einer geheimen Liste jener Mitglieder der Königsfamilie, für die ein großes zeremonielles Begräbnis vorbereitet wird.
Die Pläne gehören demnach zu den sogenannten "Bridge"-Operationen der britischen Regierung. Dabei werden die Abläufe für den Tod prominenter Royals bereits Jahre im Voraus bis ins kleinste Detail vorbereitet. Das Begräbnis von Queen Elizabeth II. folgte beispielsweise der berühmten "Operation London Bridge", jenes von Prinz Philip der "Operation Forth Bridge".
Wie Andrews eigener Plan konkret aussieht, ist geheim. Royal-Experten gehen jedoch davon aus, dass eine Trauerfeier in der St George's Chapel auf Schloss Windsor stattfinden könnte. Dort wurden auch Queen Elizabeth II. und Prinz Philip verabschiedet.
Seine letzte Ruhestätte könnte Andrew anschließend auf dem Royal Burial Ground in Frogmore finden. Ausgerechnet dort liegt mit König Edward VIII. bereits ein anderer Royal, dessen Leben von einem historischen Skandal geprägt war. Edward verzichtete 1936 auf den britischen Thron, um die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson heiraten zu können.
Andrews Zeremonie könnte sich laut Experten am Begräbnis von Prinzessin Margaret im Jahr 2002 orientieren. Damals nahmen rund 400 Menschen, darunter etwa 30 Mitglieder der Königsfamilie, an der privaten Trauerfeier teil. An den königlichen Residenzen wurden die Flaggen während der sechstägigen Trauerperiode auf halbmast gesetzt.
Dass Andrew trotz seines tiefen Falls eine derartige Zeremonie bekommen könnte, sorgt allerdings schon jetzt für heftige Kritik.
Die US-Anwältin Gloria Allred, die zahlreiche Opfer von Jeffrey Epstein vertreten hat, stellt infrage, warum Andrew überhaupt die Ehre eines royalen Begräbnisses erhalten sollte. Ein solches Ereignis werfe ihrer Ansicht nach auch die Frage auf, welches Signal damit an Epsteins Opfer gesendet werde.
Noch deutlicher wird Anwalt Spencer Kuvin, der ebenfalls Epstein-Opfer vertrat. Für ihn dürften britische Steuerzahler keinesfalls für die Beerdigung eines Privatmannes aufkommen. Die Pläne seien eine "Schande für die Krone".
Auch aus der britischen Politik kommt Widerstand. Mehrere Politiker fordern, die bestehenden Pläne zu streichen und eine mögliche Beerdigung Andrews privat finanzieren zu lassen.
Der Buckingham Palace und das zuständige Cabinet Office wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Andrew selbst reagierte ebenfalls nicht auf eine Anfrage.