US-Präsident Donald Trump hat laut eigenen Aussagen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit einer Lieferung von weitreichenden Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk an Kiew gedroht, falls Russland die Angriffe auf die Ukraine nicht stoppt.
"Ich werde vielleicht mit ihm sprechen. Ich werde vielleicht sagen: 'Hören Sie, wenn dieser Krieg nicht beendet wird, werde ich ihnen Tomahawks schicken'", sagte Trump am Sonntag vor Journalistinnen und Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One, kurz bevor er in den Nahen Osten aufgebrochen ist.
"Tomahawks sind ein neue Stufe der Aggression", so Trump weiter. "Wollen sie, dass Tomahawks in ihre Richtung fliegen? Ich glaube nicht", fügte Trump hinzu. Er reiste danach nach Israel und Ägypten, um am Montag bei einem internationalen Friedensgipfel für den Gazastreifen dabei zu sein.
Seit dem Treffen von Trump und Putin in Alaska im August, das keine Fortschritte beim Thema Frieden brachte, berät Washington über eine mögliche Lieferung der Marschflugkörper – über europäische Partner – an Kiew.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow warnte am Sonntag im russischen Staatsfernsehen vor einem "wahrhaft dramatischen Moment der steigenden Spannungen auf allen Seiten".
"Die Tomahawk-Frage bereitet uns äußerste Sorgen", sagte Peskow. Auch Putin hatte zuletzt betont, dass eine Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an Kiew "eine komplett neue Stufe der Eskalation" wäre.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat indes innerhalb von zwei Tagen zweimal mit Trump telefoniert und ihn zu Friedensvermittlungen für die Ukraine gedrängt.
Laut Selenskyj ging es in den Gesprächen vor allem um die Luftverteidigung, Langstreckenwaffen und den Schutz des immer wieder von Russland angegriffenen Energiesektors. Ob Selenskyj Trump auch konkret um Tomahawk-Marschflugkörper gebeten hat, verriet er nicht.