US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit Angriffen gedroht. "Wir werden sie angreifen – und zwar sehr hart", sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten im Weißen Haus. "Wir standen kurz vor einem Abkommen, aber sie halten uns hin, sie halten uns weiterhin zum Narren." Nachdem einer ihrer Hubschrauber abgeschossen wurde, hat die US-Armee in der Nacht Vergeltungsangriffe auf den Iran geflogen.
Laut Angaben der iranischen Revolutionsgarden wurde daraufhin ein US-Stützpunkt in Bahrain angegriffen. Sie drohen außerdem, bei weiteren Angriffen auf ihr Land noch "schärfer" zu reagieren. Seit dem 8. April gilt im Krieg, den die USA und Israel Ende Februar mit dem Iran begonnen haben, eine Waffenruhe. Diese ist aber sehr instabil. Die bisherigen diplomatischen Versuche, die Kämpfe dauerhaft zu beenden, haben noch zu keiner Einigung geführt.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) fordert vom Iran, dass er seine Bestände an atomarem Material vollständig und "unverzüglich" offenlegt. Außerdem soll das Land der IAEA die Pläne seiner Nuklearanlagen übermitteln, heißt es in einer Resolution, die der Gouverneursrat der Organisation am Mittwoch beschlossen hat. Hintergrund ist die Sorge bei der IAEA, dass iranisches Atommaterial unkontrolliert weitergegeben worden sein könnte.
Der Text der Resolution wurde von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA gemeinsam eingebracht. Darin wird betont, es sei "essenziell und dringlich", dass der Iran die geforderten Informationen und Unterlagen "unverzüglich" liefert. Die IAEA will sicherstellen, dass es keine "Abzweigung nuklearer Materialien" gegeben hat. Laut diplomatischen Kreisen wurde die Resolution mit 21 von 35 Stimmen im Gouverneursrat angenommen.
Der Iran hat die Resolution kritisiert. Sie sei "kontraproduktiv" und könnte die Gespräche über ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs behindern, sagte der iranische IAEA-Botschafter Resa Nadschafi. Seit Juni 2025 hat die IAEA keinen Zugang mehr zu den iranischen Atomanlagen. Damals hatten Israel und die USA Ziele im Iran angegriffen, die Kämpfe dauerten zwölf Tage. Dabei wurden auch iranische Atomanlagen getroffen.
Seither verweigert der Iran den IAEA-Inspektoren den Zutritt. Damals ging die IAEA davon aus, dass der Iran über mehr als 440 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent verfügt. Das liegt weit über dem, was für die zivile Nutzung nötig ist – und schon ziemlich nahe an den 90 Prozent, die man für eine Atombombe braucht. Das iranische Atomprogramm ist auch einer der Gründe, warum US-Präsident Donald Trump Ende Februar gemeinsam mit Israel einen neuen Krieg gegen den Iran begonnen hat.
In den aktuellen Bemühungen um ein Kriegsende spielen das Atomprogramm und das angereicherte Uran eine zentrale Rolle. Israel und die USA verdächtigen den Iran schon lange, an Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet das aber vehement. 2015 wurde ein internationales Abkommen mit dem Iran geschlossen, das das Atomprogramm begrenzen sollte. Es sah vor, dass der Iran Uran nur bis zu 3,67 Prozent anreichern darf.
Das Abkommen wurde aber nach drei Jahren von Trump während seiner ersten Amtszeit einseitig aufgekündigt, weil er es für unzureichend hielt. Trump setzte dann wieder massive Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Der Iran zog sich daraufhin schrittweise aus seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zurück.