Nach einem mutmaßlichen Attentatsversuch auf US-Präsident Donald Trump in Washington D.C. sorgt ein Video seiner Sprecherin Karoline Leavitt für Wirbel.
Nur rund eine Stunde vor dem jährlichen White House Correspondents Dinner im Hilton-Hotel wird sie von einem "Fox News"-Reporter gefragt, was die Gäste bei Trumps Rede erwartet. Da sagt sie: "Diese Rede heute Abend wird klassisch Donald J. Trump. Es wird witzig, es wird unterhaltsam – es werden heute Abend einige Schüsse abgefeuert in diesem Raum."
Kurz darauf fallen tatsächlich fünf Schüsse, wie auf Handyvideos aus dem Saal zu hören ist. Gegen 21 Uhr Ortszeit wird ein mutmaßlicher Attentäter vom Sicherheitspersonal gestoppt, noch bevor er in den Saal kommt. Was genau passiert ist und wer geschossen hat, ist derzeit noch unklar. Fest steht: Der Tatverdächtige Cole Thomas Allen (31) wurde lebend festgenommen.
Ein Video, das am Tisch von Trump-Berater Stephen Miller und dessen schwangerer Frau Katie aufgenommen wurde, zeigt die bangen Szenen nach den Schüssen, als schwer bewaffnete Sicherheitskräfte den Saal sicherten.
Nun fragen sich viele: Wusste Trumps Pressesprecherin etwa vorab Bescheid? Einige wittern mehr als nur Zufall. Andere sprechen von einer unglücklichen Wortwahl. Denn im politischen Kontext ist "shots fired" oft nur bildlich gemeint – also verbale Angriffe, nicht echte Schüsse. Auf deutsch gibt es mit "(verbale) Querschüsse" eine ähnliche Formulierung.
Für zusätzliche Aufregung sorgt ein Bericht von "Fox News"-Reporterin Aisha Hasnie. Sie erzählt in einer Live-Schaltung, dass sie am Tisch neben Leavitt saß. Plötzlich habe sich deren Ehemann Nicholas Riccio zu ihr gelehnt und gesagt: "Du musst heute sehr gut aufpassen." Laut Hasnie sei er dabei völlig ernst gewesen.
Dann habe er seinen Blick durch den Raum schweifen lassen und zu ihr gesagt: "Da sind einige…" – als die Verbindung abrupt abbrach. Was genau er damit meinte, ist offen. Auch Hasnie selbst liefert später keine konkrete Erklärung. In einem Posting auf X schrieb sie mehrere Stunden später lediglich, dass der Empfang sehr schlecht gewesen sei.
Kritik gibt es unterdessen an den Sicherheitsvorkehrungen. Mehrere Gäste berichten, dass das Gebäude zunächst nur mit Papierticket betreten werden konnte. Metalldetektoren gab es erst unmittelbar vor dem Speisesaal. Einige Teilnehmer sprechen von ungewöhnlich lockeren Kontrollen für eine Veranstaltung mit dem Präsidenten.
Gleichzeitig kursieren Videos, die zeigen sollen, dass sich auch Gegner Trumps im Foyer unter die Gäste gemischt haben. Sie riefen Parolen und hielten Schilder hoch. Möglich ist daher auch, dass Riccios Warnung auf diese Situation abzielte – und nicht auf einen konkreten Angriff.
Ob hinter den Aussagen mehr steckt oder ob mehrere unglückliche Zufälle zusammenkommen, ist offen. Klar ist: Der Vorfall wirft viele Fragen auf – und befeuert einmal mehr wilde Spekulationen im Netz.