In Kolumbien hat der rechtsgerichtete Kandidat Abelardo de la Espriella, ein Anwalt und Unternehmer, laut ersten Auszählungen die Präsidentschaftswahl knapp gewonnen. Unterstützt wurde er vom US-Präsidenten Donald Trump. De la Espriella will entschieden gegen bewaffnete Gruppen, Drogenhandel und Kriminalität vorgehen.
Der Wahlausgang markiert einen deutlichen politischen Kurswechsel in dem von Gewalt und inneren Konflikten geprägten Land. Mit fast 49,7 Prozent der Stimmen lag de la Espriella laut vorläufigem Endstand knapp vor seinem linken Kontrahenten Iván Cepeda, der auf 48,7 Prozent kam und das Ergebnis bisher nicht offiziell anerkannte.
De la Espriella gab nach der Auszählung bekannt: "Heute beginnt eine neue Etappe für unser Land, eine Etappe, die auf dem freien und demokratischen Willen von Millionen Bürgern basiert, die an ein großes, sicheres und wohlhabendes Kolumbien voller Möglichkeiten glauben."
Cepeda betonte, dass das Ergebnis noch nicht offiziell sei und erst nach der endgültigen Auszählung anerkannt werde. Beobachter berichten von einer angespannten Stimmung im Land. In der Küstenstadt Barranquilla feierten Anhänger de la Espriellas ausgelassen, während Unterstützer Cepedas ihre Sorgen über die knappe Entscheidung äußerten.
In der drittgrößten Stadt Cali kam es laut Berichten zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Präsident Gustavo Petro, ein Verbündeter Cepedas, zweifelte die Auszählung an und forderte eine Überprüfung der Abstimmungssoftware. Er sprach von Unregelmäßigkeiten, ohne konkrete Belege vorzulegen.
Seit 2023 besitzt de la Espriella die US-Staatsbürgerschaft. Donald Trump hatte ihn offen unterstützt und ihm im Falle eines Wahlsiegs die Rückendeckung der Vereinigten Staaten zugesichert. Auch andere rechtsgerichtete Politiker Lateinamerikas wie Argentiniens Präsident Javier Milei gratulierten zum Wahlerfolg.
Der Wahlsieg de la Espriellas ist Teil einer Rechtswende in mehreren lateinamerikanischen Ländern. Viele Wählerinnen und Wähler erhoffen sich von ihm mehr Sicherheit und wirtschaftlichen Aufschwung. Kritiker befürchten jedoch eine Verschärfung der gesellschaftlichen Spaltung und warnen vor Unruhen.