Wie das US-Medium "The Daily Signal" unter Berufung auf interne Regierungsunterlagen berichtet, sollen die Kontrollen der Online-Aktivitäten auf weitere Visakategorien ausgeweitet werden. Davon könnten unter anderem ausländische Journalisten betroffen sein.
Besonders brisant: Antragsteller sollen dem Bericht zufolge dazu verpflichtet werden können, ihre bislang privaten Profile auf Plattformen wie Instagram für die Überprüfung auf "öffentlich" zu stellen.
Eine ausdrückliche Bestätigung der Pläne durch das Weiße Haus gibt es bislang nicht. Sprecherin Karoline Leavitt teilte den entsprechenden Bericht allerdings am Donnerstag auf ihrem X-Account.
Das US-Außenministerium äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht konkret zu den berichteten Plänen. Ein Sprecher erklärte jedoch, dass die Verfahren zur Visavergabe laufend überprüft würden.
"Bei der Überprüfung der Onlinepräsenz geht es darum, dass Antragsteller ihre Berechtigung für ein Visum nach US-Recht nachweisen und sichergestellt wird, dass keine Person ein Risiko für die Sicherheit der Vereinigten Staaten darstellt", erklärte der Sprecher.
Komplett neu wäre der Blick auf die Social-Media-Aktivitäten von Einreisewilligen nicht. Die USA verlangen bereits bei bestimmten Visakategorien, dass Antragsteller ihre Onlinekonten für Kontrollen zugänglich machen. Davon sind etwa Bewerber um Studentenvisa betroffen.
Neu wäre laut dem Bericht vor allem, dass die Vorgaben auf weitere Gruppen ausgeweitet werden. Dazu sollen auch ausländische Medienvertreter gehören.
Die US-Regierung hatte bereits im vergangenen Monat angekündigt, die Aufenthaltsdauer ausländischer Journalisten und Studenten zu begrenzen.
Studentenvisa sollen künftig auf maximal vier Jahre befristet werden. Für ausländische Journalisten ist demnach grundsätzlich eine maximale Aufenthaltsdauer von 240 Tagen vorgesehen. Verlängerungen sollen allerdings weiterhin beantragt werden können.
Weitere Verschärfungen könnten auch Reisende treffen, die kein klassisches Visum beantragen. Nach bereits zuvor bekannt gewordenen Plänen sollen künftig unter anderem deutsche Touristen bei der Einreise beziehungsweise Reisegenehmigung zusätzliche Angaben zu ihrer Nutzung sozialer Netzwerke machen müssen.
Damit könnte der digitale Fußabdruck für immer mehr Menschen zu einem wichtigen Faktor bei der Frage werden, wer in die Vereinigten Staaten einreisen darf.