Trump und Infantino haben während der WM immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem mit dem von Trump bestätigten Telefonat mit dem FIFA-Boss, um die Rotsperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun aufzuheben. Dies geschah auch. Nun ist das Turnier beendet und der US-Präsident voll im Fußballfieber. Er kündigte bereits an, dass er wieder eine WM in die USA holen wolle. Hier gilt die Vergabe für 2038 beinahe als ausgemachte Sache.
Derweil sorgte Trump nun für etwas Stirnrunzeln, denn der US-Präsident soll seinen guten Kumpel Infantino nämlich für ein ganz anderes Amt im Auge haben. Ein Amt, das nichts mit Fußball zu tun hat, dafür weltpolitisch aber umso wichtiger ist: die Rolle des UN-Generalsekretärs. Nach Angaben der "New York Post" wünsche sich Trump den Schweizer in dieser Rolle.
Trump glaube dem Artikel zufolge, Infantino werde "weltweit von allen respektiert und man erkennt an, dass er die besondere Fähigkeit besitzt, Menschen zusammenzubringen."
Die Vereinten Nationen brauchen jedenfalls einen Nachfolger für den amtierenden UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der sein Amt im Dezember abgeben wird. Ein Nachfolgekandidat braucht jedenfalls die Unterstützung des UN-Sicherheitsrats, der aus 15 Mitgliedern besteht, in dem die USA einen garantierten Platz haben. Als aktuelle Top-Kandidaten gelten die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet und der Argentinier Rafael Grossi, der einst die Internationale Atomenergiebehörde leitete. Eigentlich wurde zuletzt erwartet, dass der nächste UN-Generalsekretär oder die nächste Generalsekretärin aus Süd- oder Mittelamerika kommt.
Ob Infantino die Rolle des UN-Generalsekretärs überhaupt anstrebt und ob Trump mit seinem Wunschkandidaten darüber bereits gesprochen hat, ist noch völlig unklar. "Nur Präsident Trump könnte auf so eine geniale Idee kommen", sagte zumindest Paolo Zampolli, der Sondergesandte des US-Präsidenten für globale Partnerschaften. Infantino würde einen "großartigen Job" machen und sei "bei allen beliebt", glaubt Zampolli. Außerdem sagte er: "Bei der UNO hat man es mit 193 Mitgliedsstaaten zu tun. Bei der FIFA gibt es über 200 Mitglieder. Giannis beeindruckende Erfolgsbilanz zeigt, dass er weiß, wie man solche Aufgaben meistert."
Einziger Nachteil: Als UN-Generalsekretär müsste Infantino drastische Gehaltskürzungen verkraften: von aktuell rund sechs Millionen US-Dollar auf 418.000 US-Dollar.