Die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einem umfassenden "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran hat dazu geführt, dass die Preise für Öl und Gas ordentlich angezogen haben. Am Donnerstagnachmittag ist der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent um 3,24 Prozent auf 94,59 Dollar (81,02 Euro) gestiegen. Für ein Fass der US-Referenzsorte WTI musst du jetzt 88,81 Dollar hinlegen, das ist ein Plus von 3,47 Prozent.
Auch beim europäischen Gaspreis geht es weiter rauf. Der Terminkontrakt TTF, der als Richtwert für die Großhandelspreise gilt und an der Energiebörse in den Niederlanden gehandelt wird, ist um 3,08 Prozent auf 65,33 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Das ist der höchste Wert seit März und mehr als doppelt so viel wie noch vor dem Start des Iran-Krieges.
Weil die Gaspreise am Weltmarkt schon seit Monaten hoch sind, sind die Speicher in Deutschland derzeit nur zu gut 50 Prozent gefüllt. Das deutsche Wirtschaftsministerium hat am Mittwoch erklärt, dass es die Lage "sehr genau" beobachtet.
Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas hat am Mittwoch gewarnt, "dass die gesetzliche Vorgabe (zum Füllstandsziel) von 71 Prozent zum 1. November 2026 kaum noch erreichbar ist". Verbraucherschützer schlagen wegen der niedrigen Füllstände Alarm und rechnen mit weiter steigenden Preisen für Gaskunden.
US-Präsident Trump hatte am Mittwoch die "vernichtendste Wirtschaftsoperation" aller Zeiten gegen den Iran angekündigt. Jedem Land, das den Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, drohte Trump mit "enormen" Strafmaßnahmen. Teheran hat Trumps Pläne als "gescheiterte Politik" abgetan.
Die USA haben schon seit Jahrzehnten Sanktionen gegen den Iran laufen. Trump hat diese während seiner ersten Amtszeit noch einmal verschärft.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hält Teheran die Straße von Hormus weitgehend geschlossen. Die USA haben wiederum eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt. Vor dem Krieg ist etwa ein Fünftel des weltweiten Öls durch diese Meerenge transportiert worden. Die Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus gehen weiter.