Wie berichtet kam es im März bei Schießübungen zu einem Großbrand am Gelände des Truppenübungsplatzes in Allentsteig. Auslöser dürfte eine Sprenggranate gewesen sein. Die Grünen um den Waldviertler Martin Litschauer übten damals Kritik und stellten schließlich eine umfangreiche parlamentarische Anfrage an Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. „Schießübungen in einer absoluten Trockenperiode, in einem Natura 2000 Gebiet, das noch dazu durch Blindgänger belastet ist, sind gefährlich und aus meiner Sicht durch nichts zu rechtfertigen“, so Litschauer. Die Anfrage wurde nun beantwortet, allerdings nicht so, wie sich die Grünen das vorgestellt hätten.
"Im Hinblick darauf, dass die Brandfläche rund 7 Prozent der Gesamtfläche des Truppenübungsplatzes Allentsteig umfasste, ist davon auszugehen, dass keine negativen Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem gegeben sind. Hinsichtlich der Flora in den Offenlandbereichen hatte das Feuer sogar eine positive Wirkung auf den Erhaltungszustand, da dadurch aufkommende Strauchschichten vernichtet wurden und somit ein weiteres Zuwachsen von Offenlandbereichen verhindert wurde. In den Waldflächen kam es auf den Kahlflächen und Räumden zu einer Vernichtung der Naturverjüngungen und den bereits aufgeforsteten Bereichen. Da auf Grund der dichten Grasmatte auf den Schlagflächen zum Teil sehr große Flammenhöhen zu beobachten waren, kam es auch zu einer Schädigung von noch vorhanden Altbäumen. Hinsichtlich der vorhandenen Fauna konnten unterschiedliche Auswirkungen festgestellt werden, wobei eine abschließende Beurteilung derzeit noch nicht möglich ist", heißt es darin etwa.
Litschauer sieht das anders: „Ein Großbrand in einem Natura 2000-Gebiet mit einem ausgedehnten Altwaldbestand ist ein enormer ökologischer Schaden, der nicht mehr gutzumachen ist. Große Mengen an CO2 wurden freigesetzt, Altbaumbestand vernichtet und jetzt kann man wegen der Blindgänger nicht einmal den Wald ordentlich pflegen.“
Die Grünen sind mit der Stellungnahme auch sonst wenig glücklich. „Die Beantwortung war leider nicht dazu geeignet, meine Bedenken und Sorgen zu zerstreuen. Im Gegenteil, es sind weitere offene Fragen dazugekommen. Das TÜPL-Kommando hat den Einsatz von Leucht-, Signal-, und Nebelmunition aufgrund der Trockenheit eigentlich stark eingeschränkt. Daher ist für mich nicht nachvollziehbar, dass grünes Licht für Schießübungen mit Sprenggranaten gegeben wurde. Die Schießübungen waren zu genau dem Zeitpunkt keinesfalls notwendig, sie hätten einfach um ein paar Wochen verschoben werden können“, meint Litschauer.
Er kritisiert außerdem die mangelnde Blindgängersäuberung in der Zone A des TÜPL, die besonders stark vom Brand betroffen war: „Wie viele Hektar wurden seit 2015 von Blindgängern gesäubert? Kein einziger! Diese Vorgehensweise ist für mich nicht nachvollziehbar, denn gleichzeitig kommt man dem Aufarbeiten des Borkenkäferbefalls in dieser Region nicht nach und erschwert Löscharbeiten in dieser Region. Hier muss endlich Tempo reinkommen. Dann sind in Zukunft auch keine schwierigen, riskanten und teuren Löscheinsätze mehr nötig.“