Klage gegen "123-Transporter"

Türgriff am Mietauto kaputt, Frau soll 15.000€ brennen

Eine Transporter-Firma steht nun im Fokus der Behörde, nachdem sie von einer Kundin für einen vermeintlichen Schaden horrende Summen verlangt.

Maxim Zdziarski
Türgriff am Mietauto kaputt, Frau soll 15.000€ brennen
Rechtsanwalt Mathias Burger zieht gegen das Unternehmen vor Gericht.
Foto Tschank / Privat

Der Online-Anbieter "123-Transporter" steht seit einigen Monaten seitens der eigenen Kundschaft hart in der Kritik. Wie "Heute" bereits berichtete, beanstanden aber nicht nur die Kunden die 1.000-Euro-Kautionen, sondern auch der VKI (Verein für Konsumentenschutz). Dieser meinte sogar, das Verhalten des Unternehmens sei aus Konsumentensicht "durchaus als gröblich benachteiligend für Konsumenten" einzuschätzen.

Die Meldungen über nicht zurückgezahlte Kautionen oder lange Wartezeiten auf die Überweisungen häufen sich. Nun sorgt eine horrende Zahlungsforderung von "123-Transporter" aber für einen Skandal. Wie "Heute" in Erfahrung bringen konnte, soll eine Niederösterreicherin einen Lieferwagen ausgeliehen haben.

Türgriff sollte knapp 15.000 Euro kosten

Das Unternehmen lastete ihr nach der Miete an, die Türgriffe beschädigt zu haben. Dafür sollte sie, so die Forderung, 14.672 Euro bezahlen. Das Unternehmen soll sogar versucht haben, die Summe von der Kreditkarte der Kundin abzubuchen. Als das jedoch nicht möglich war, fiel der Frau die fehlgeschlagene Transaktion auf.

Für Rechtsanwalt Mathias Burger eine Unverschämtheit. "Meine Mandantin kann mit einem Video beweisen, dass die Schäden bereits vor ihrer Nutzung vorhanden waren", so Burger gegenüber "Heute".

Für ihn ein ganz klarer Fall von versuchtem Betrug, der nun vor dem Landesgericht in Wiener Neustadt verhandelt wird. Er argumentiert, dass seine Mandantin keinen Grund hätte, etwaige Schadenfälle zu vertuschen, da sie ohnehin eine vollumfängliche Versicherung, ein sogenanntes "Null-Risiko-Paket", für die Mietdauer abgeschlossen hatte.

Unternehmen spricht von "Irrtum"

"Heute" fragte bei 123-Transporter nach, was es mit den schweren Anschuldigungen auf sich hat. Ein Sprecher des Unternehmens zeigte sich allerdings wortkarg. "Ja, es ist richtig. Es gibt eine Hauptverhandlung. Die Mandantschaft bekennt sich allerdings nicht schuldig, weil es sich um einen Irrtum gehandelt hat. Das wird sich bei der Hauptverhandlung auch herausstellen", versichert man abschließend. "Heute" wird über den Ausgang der Causa natürlich weiter berichten.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Die Firma "123 Transporter" steht unter Beschuss, nachdem eine Kundin eine horrende Zahlungsaufforderung von fast 15.000€ erhalten hat, weil angeblich der Türgriff des gemieteten Lieferwagens beschädigt wurde
    • Der Verein für Konsumentenschutz kritisiert das Verhalten des Unternehmens als grob benachteiligend und der Fall wird nun vor dem Landesgericht in Wiener Neustadt verhandelt
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