Zwischen Griechenland und der Türkei brodelt es wieder – diesmal geht es um die Akropolis. Ein regierungsnahes türkisches Nachrichtenportal wirft Athen vor, bei der berühmten Sehenswürdigkeit fast nur die antike Glanzzeit ins Rampenlicht zu rücken und die osmanische Geschichte großzügig zu übersehen.
Konkret kritisiert man den Zustand einiger osmanischer Denkmäler, die Umwidmung oder sogar Schließung historischer Moscheen sowie die nur spärliche Präsentation osmanischer Grabstätten und Fundstücke rund um die Akropolis. Obendrauf wird noch erwähnt, dass Athen angeblich die einzige europäische Hauptstadt ohne funktionierende Moschee sei – ein Detail, das in diesem Streit besonders gerne hervorgehoben wird.
Die griechischen Behörden ziehen jedoch den Kopf aus der Schlinge. Schließlich gibt es in Athen seit einigen Jahren eine moderne Moschee, die durchaus genutzt wird. Außerdem betonen Regierungskreise, dass die Akropolis als UNESCO-Weltkulturerbe nun mal einen klaren historischen Schwerpunkt hat – man könnte sagen: antike Säulen stehen eben im Rampenlicht.
Dieser Streit ist nur die jüngste Episode einer längeren Auseinandersetzung zwischen beiden Ländern. Schon seit Jahren streiten Griechenland und die Türkei über Naturressourcen im östlichen Mittelmeer, über Erdgas- und Kohlenwasserstoffvorkommen sowie über Seehoheitsrechte in der Ägäis.