Kunsthistorikerin hat viel vor

Frischer Wind: Hunde und Betonporsche im Horten-Museum

Ihre Energie ist ansteckend: Verena Kaspar-Eisert, neue Direktorin der Heidi Horten Collection, plant "Lebendiges" für "Wiens jüngstes Kunstmuseum".
Sandra Kartik
22.01.2026, 22:51
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Verena Kaspar-Eisert hat bereits im November des Vorjahres die Geschicke der Heidi Horten Collection von Agnes Husslein übernommen. Am 22. Jänner präsentierte die neue Museumsdirektorin nun schwungvoll ihre Pläne und das spannende Jahresprogramm. "Lebendig, verantwortungsvoll und diskursiv" will sie das "jüngste Kunstmuseum Wiens" gestalten.

"Ich habe tatsächlich viel Energie und bringe gerne Leute zusammen. Was in meiner gesamten beruflichen Laufbahn immer mein Antrieb war, ist das Erleben von Kunst mit anderen teilen zu können. Ich kann mir ein Leben ohne Kunst nicht vorstellen", freut sich die 44-Jährige im "Heute"-Gespräch.

Wau-Schau: Hunde willkommen

Die erste, neue Ausstellung des Jahres wurde noch maßgeblich von Kaspar-Eiserts Vorgängerin geprägt. "Animalia. Von Tieren und Menschen" läuft von 27. März bis 30. August. Der Begriff aus der Biologie soll als Leitgedanke dienen, sich mit der besonderen Beziehung auseinanderzusetzen. Über 100 Kunstwerke werden in der Schau zu sehen sein. Ein besonderes Highlight wird dabei die Veranstaltung "Hundesalon" am 18. April (von 11 bis 17 Uhr) sein: Künstler Alois Mosbacher wird in einem Raum Live-Porträts von Vierbeinern zeichnen, die Besucher an diesem Tag mitbringen dürfen.

"Das Haus hat eine gute Größe, ein menschliches Maß. Wir haben unglaublich viele Möglichkeiten hier: Es gibt eine fantastische Sammlung, die die Stifterin Heidi Horten ab den 1990er Jahren zusammengetragen hat, um mit der Kunst zu leben. Dieses Individuelle ist so besonders", sagt die Museumsdirektorin weiter.

Betonporsche am Direktorinnen-Parkplatz

Am 29. April eröffnet die Ausstellung "Gottfried Bechtold. Betonporsche". Das wohl bekannteste Werk des Gegenwartskünstlers, eine Skulptur, die eine originalgetreue Kopie eines Porsche 911 aus Beton ist, wiegt über 16 Tonnen. Ende April wird ein Betonporsche in besonderer Weise gezeigt: Im Innenhof des Hanuschhofes auf dem sogenannten "Direktorinnen-Parkplatz" – auch als Kritik an Macht und Status.

"Das Irritierende, das man nicht versteht oder das verblüffend ist", gefällt Kaspar-Eisert. So ist es auch kein Zufall, dass ihre richtige Antrittsausstellung (ab 17. September) "Großes Mädchen" von Elisabeth von Samsonow ist. Erstmals wird das vielschichtige Werk der Künstlerin gezeigt, die sich intensiv mit der Erde als Trägerin von Geschichte, Leben uns Energie auseinandersetzt. "Ihre Position zeigt einen gewissen Mut. Ich wollte etwas zeigen, das nicht schon abgesegnet wurde. Man soll nicht nur wiederholen, was schon da war."

Sie verspricht: "Es wird viel Lebendiges passieren und sehr zugänglich, aber gleichzeitig die Erstklassigkeit der hochqualitativen Werke" nicht aus den Augen verlieren. "In dieser Bandbreite können wir viel gestalten", so die zweitjüngste Museumsdirektorin Wiens abschließend.

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