Weiße Wände, betretene Stille, kühle Räume und schweigende Menschen vor Gemälden – dieses starre Bild von Museen möchte man im mumok bewusst auflockern. Unter der neuen Generaldirektorin Fatima Hellberg, die seit Oktober 2025 in dieser Position für die Kulturstätte tätig ist, soll ein Ort entstehen, der zum Verweilen einlädt. Entsprechend setzt das Kulturprogramm 2026 auf Beziehungsarbeit: "Ich sehe das Museum als Ort, an dem sich eine Beziehung zwischen Werk und Publikum entfaltet", sagt Hellberg.
Das Ausstellungsprogramm richtet seinen Fokus – ähnlich wie bei der Konkurrenz – verstärkt auf weibliche Positionen, darunter Cameron Rowland und Verena Paravel. Den Auftakt der Programmhighlights 2026 bildet die Ausstellung "Terminal Piece" im Juni, die insbesondere durch ihre theatralische Gliederung in fünf Akte überzeugen soll.
Vor allem sollen künstlerische Prozesse stärker ins Museum geholt werden. Durch mehr Zugänglichkeit und Einblicke hinter die Kulissen künstlerischer Arbeit will man das Publikum ansprechen und einen Ort schaffen, der nicht auf schnelle Antworten abzielt, sondern Raum für Fragen lässt. Fast klingt es so, als wolle das mumok damit auch die eigene Kreativität der Besucher zum Wachsen bringen.
Die beiden großen Projekte des Jahres starten am 20. Juni. Die Gruppenausstellung "Terminal Piece" erstreckt sich über fünf Ebenen des Hauses und ist als Abfolge von Akten konzipiert. Jedes Stockwerk bildet eine eigene Szene und beleuchtet unterschiedliche Aspekte der Beziehung zwischen Kunstwerk und Betrachtenden – von Verstrickung und Komplizenschaft über Präsenz und Teilhabe bis hin zu Perspektivverschiebungen, die erst in der unmittelbaren Begegnung entstehen.
Parallel dazu eröffnet die erste museale Einzelausstellung der georgischen Künstlerin Tolia Astakhishvili. Dabei wird das Museum nicht nur zum Ausstellungsort, sondern selbst zum Material: Es wird bewohnt, durchquert und genutzt, während die Grenze zwischen Produktion und Präsentation bewusst offen bleibt. Am 14. November folgt eine Ausstellung mit Werken von Cameron Rowland. Den Abschluss des Jahres 2026 bilden Arbeiten von Verena Paravel, die sich zum Ziel gesetzt hat, Unsichtbares sichtbar zu machen.
Die Direktorin des mumok beschließt die Präsentation des diesjährigen Ausstellungsprogramms mit den Worten: "Mir war wichtig, dass das Mumok eine Art Wärme ausstrahlt". Und damit hat sie hoffentlich nicht nur die Presse erreicht, sondern auch die künftigen Besucher des Mumok.