Sie zählen zu den geschichtsträchtigsten Ballräumen der Hauptstadt – doch auch in dieser Saison bleiben die Redoutensäle in der Wiener Hofburg leer. Was einst für glanzvolle Hochzeiten und prunkvolle Maskenbälle genutzt wurde, ist seit dem Auszug des Parlaments Anfang 2023 unzugänglich. Grund: ausstehende Sanierungsarbeiten, für die der Bund zuständig wäre.
Die Stimmung ist angespannt – vor allem bei den Organisatoren der Wiener Traditionsbälle. "Es ist befremdlich, dass die Redoutensäle leer vor sich hinvegetieren", sagt Christa Kummer, Präsidentin des Vereins Grünes Kreuz und Veranstalterin des Wiener Jägerballs im Gespräch mit dem KURIER.
Weil beliebte Flächen wie die Redoutensäle und das Dachfoyer fehlen, musste das Kartenkontingent um rund 1.000 reduziert werden. "Auch das Ballerlebnis leide darunter", stellt Kummer in der Tageszeitung klar.
Ähnlich sieht es Wolfgang Binder, Chef des Café Frauenhuber und seit Jahren in der Ballleitung des Kaffeesiederballs. "Damals konnten wir mehr Karten verkaufen", sagt Binder im KURIER-Gespräch. Auch er hofft auf eine baldige Wiederöffnung – zum Wohl der Gäste.
Die Verantwortlichen der Hofburg zeigen ebenfalls wenig Verständnis. Beim "Wiener Kongresszentrum Hofburg", das die Räumlichkeiten vom Bund pachtet, verweist man in der Tageszeitung auf die "ausständige Renovierung des ganzen Trakts". Für diese sei ausschließlich der Bund zuständig. Ob eine Sanierung überhaupt geplant sei, wisse man aktuell nicht. Die Nachfrage sei jedenfalls groß – auch im Kongressbereich. "Der Republik entgehe im Endeffekt ein relativ großer Umsatz", heißt es.
Zuständig ist die Burghauptmannschaft, angesiedelt im Wirtschaftsministerium. Dort bestätigt man im KURIER zwar den Sanierungsbedarf – einen Zeitplan gebe es aber nicht. Die Begründung: fehlendes Personal, knappe Budgets und aktuell laufende Vorbereitungen für eine Bestandsaufnahme, "was genau renoviert werden muss".