Nach zwei tödlichen Schusswaffenangriffen an Schulen in der Türkei will Präsident Recep Tayyip Erdogan das Waffenrecht verschärfen. "Wir werden neue gesetzliche Regelungen einführen, um den Besitz von Schusswaffen einzuschränken", sagte Erdogan am Montag nach einer Kabinettssitzung. Die Strafen für Waffenbesitzer, die ihre Waffen nicht ordentlich sichern, sollen erhöht werden. Besonders dann, wenn Kinder Zugang zu den Waffen haben.
Außerdem wollen die Behörden die Onlineüberwachung ausweiten. Auch Künstliche Intelligenz soll dabei eingesetzt werden. Die Behörden sollen zudem auf Inhalte im Fernsehen achten, die "Gewalt und moralischen Verfall" fördern.
Die Türkei wurde in der vergangenen Woche von zwei Schusswaffenangriffen an Schulen erschüttert. Am Mittwoch hat ein 14-jähriger Bub in der südtürkischen Stadt Kahramanmaras acht Schülerinnen und Schüler sowie einen Lehrer erschossen. Laut Ermittlungen kam der Bub mit fünf Waffen in die Schule und nahm sich nach der Tat das Leben. Der Vater des Täters ist ein ehemaliger Polizist, dem die Waffen offenbar gehörten.
Bei einem weiteren Angriff hat ein junger Mann am Dienstag an seiner ehemaligen Schule in der südöstlichen Provinz Sanliurfa mit einer Schusswaffe 16 Menschen verletzt und sich danach selbst getötet.