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Tunnel-Unfälle oft wegen Angst vor Röhren

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:33

Staus vor Straßentunnels haben oft damit zu tun, dass Autofahrer unbewusst Angst vor der dunklen Röhre haben, wie Forscher der Linzer Johannes Kepler Universität jetzt herausgefunden haben. Viele Unfälle lassen sich darauf zurückführen.

Straßentunnel zählen zu den ungeliebtesten Abschnitten des Verkehrsnetzes. Das haben Linzer Forscher in einem aufwendigen Experiment nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der „Automotive 2014“-Tagung in Seattle (USA) präsentiert:

Puls steigt

Bei Testfahrern im rund 100 km langne Teilstück der A9 zwischen Liezen und Wels, das insgesamt 24 Tunnels oder Unterführungen aufweist, sprang die Herzfrequenz bei der Einfahrt in den Tunnel in die Höhe. Grund dafür könnte die Angst vor der Enge und die damit verbundene Hilflosigkeit bei einem Unfall sein. Überraschend: Zwischen ein- und zweiröhrigen Tunnels gibt es keinen Unterschied im Stresslevel – belastend ist also der Tunnel an sich, nicht der Gegenverkehr in der Röhre.

Besonders überraschend: Die Beifahrer reagieren genauso stark auf Tunnelfahrten, wie die Fahrer selbst.

Gegenmaßnahmen prüfen

Denkbar als Gegenmaßnahme wäre laut den Forschern, Tunnels noch besser zu beleuchten, um das Gefühl von Enge zu vermeiden. Möglicherweise könnte man durch hellere oder mit Mustern versehene Tunnelwände das Gefühl von Weite schaffen und der Monotonie entgegenwirken.

(Selbst)mörderisches Verhalten

Videos der Asfinag belegen: Viele Autofahrer verhalten sich in Tunnels komplett konträr zur Straßenverkehrsordnung - was verheerende Folgen haben kann, .

Eine neue EU-Richtlinie schreibt vor, etwa Pannenbuchten und Fluchtwege. Österreichs Tunnel schneiden bei Tests übrigens zuletzt recht gut ab - das frühere Sorgenkind etwa, der Tauerntunnel, gehört mittlerweile zu den sichersten Tunneln in Europa.

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